Filmkritik: Bad Teacher (2011)

Bad_Teacher

Filmbeschreibung:

Gerade als die egozentrische Elisabeth ihren Lehrerposten hinschmeißt, um ihren Verlobten zu heiraten, zweifelt dieser an ihren Gefühlen und löst die Verlobung auf. Völlig aufgeschmissen und ohne das Geld ihres reichen Ex- Freundes, sieht sie sich gezwungen wieder als Lehrerin zu arbeiten. Desinteressiert schleimt sie sich beim Schulleiter ein und schafft es lange Zeit, statt den Lehrplan abzuhandeln, im Unterricht nur  Filme zu zeigen. Als sie doch eines Tages den reizenden Aushilfelehrer Scott Delacorte kennenlernt, schwärmt sie vom ersten Moment an für ihn. Leider tut dies auch die – von ihr äußerst gehasste – Lehrerin Amy. Da Scott aber nur auf vollbusige Frauen steht, fängt sie an, ihr Geld beiseite zu legen. Verzweifelt muss sie bald feststellen, dass sie mit normalen Mitteln weder genug Geld für eine Brust- OP zusammen kriegt, noch Scott Delacorte verführen kann. Zufälligerweise erfährt sie nach einer Party, dass der Staat eine Prämie für den Lehrer vergibt, dessen Klasse die besten Noten während eines Vergleichstest erhält. So sieht die Lehrerin eine Möglichkeit, zwei Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen. Genügend Geld für ihre Brust- OP zu sammeln und Scott, der auf fleißige und engagierte Frauen steht, zu verführen. So wird aus der schlampigen und kiffenden Elisabeth bald eine Vorzeigelehrerin, die trotz fragwürdiger Lernmethoden, nicht aufzugeben vermag. Doch viele Probleme stellen sich ihr auf dem Weg zur perfekten Brust, denn schon bald stellt sie fest, dass Scott nicht der richtige für sie ist. Zum Trailer

Filmkritik:

Bad Teacher als normale Komödie zu sehen fiel mir zum Ende hin zunehmend schwerer, da dieser Film viel mehr Eigenschaften hat. Bad Teacher besitzt durch eine unglaublich provokative Umsetzungsweise der Story, einiges an Tiefe. Nicht nur, dass die Denkweise der amerikanischen Gesellschaft hinterfragt wird, Bad Teacher zieht auch das dortige Bildungssystem ins lächerliche, in dem Lehrer Vorbilder sein sollen und dies nicht schaffen. Man kann wohl nicht „Alles erreichen, was man will“ lautet hier also die Devise. Besonders einprägend ist auch eine Parodie, die sich über den gesamten Film erstreckt. Diese beruht auf der Zusatzbelohnung, welche Lehrer in den Vereinigten Staaten bekommen, wenn sie es schaffen, durch Überforderung und durch Drill, ihre Schüler in Vergleichstest gut abschneiden zu lassen. An sich wird Bad Teacher von vielen Klischees geprägt, bleibt aber in vielerlei Hinsicht überraschend, da Elisabeth (Cameron Diaz) zum Ende hin – wider Erwarten – weder zu einer besseren Lehrerin wird, noch wirklich anfängt, Kinder zu lieben oder ihnen Respekt zu zollen. So erschafft Cameron Diaz eine gelungene Mischung, welche sie – in den richtigen Szenen – genauso süß wie gehässig erscheinen lässt. Auch sonst ist sie mit ihrer  nervigen Art, die Idealbesetzung für die provokative, dreiste, eigennützige, sowie hemmungslose Filmfigur der Elisabeth. Die anderen Nebencharaktere sind – wie für eine Parodie üblich – ziemlich überdreht und überzeugen nicht gerade durch die beste schauspielerische Leistung. Besonders Justin Timberlake kommt mir fehl am Platz vor. Sein Image passt gar nicht zu seiner Rolle in Bad Teacher und so kommt er nie authentisch, dafür aber gekünstelt rüber. Seine Besetzung diente ziemlich eindeutig der Massenkompatibilität,  da er vor allem bei den weiblichen Zuschauern normalerweise punkten kann. Unterhaltungswert ist in Bad Teacher deutlich gegeben und vor allem bringt Jason Segel Natürlichkeit und Charme mit, der dieser Parodie Leben einhaucht. Leider hat Bad Teacher durch seine provokative Art auch klare Nachteile, dieser Streifen wird vor allem durch Eins geprägt: durch moralische Verwerflichkeit. Diese wird so ziemlich in jeder Szene publik gemacht. So muss man die Altersfreigabe wirklich kritisieren. Es ist einfach nicht vorstellbar, dass ein Film mit so viel Vulgarität, Anzüglichkeit, sowie Respektlosigkeit und einer klaren Drogenverherrlichung, für zwölfjährige wirklich geeignet ist. Schade war auch, dass der rote Faden, der sich durch den gesamten Film zieht, leider Die Busen-OP von Elisabeth ist. So fühlt man sich als Zuschauer leicht durch den Kakao gezogen, 93 Min. lang zu sehen, wie Elisabeth mit allen Mitteln Geld für diese spart. Lobenswerterweise ist es dann doch gut, dass der Film nicht auf ein typisches Klischee eingeht und somit Elisabeth’s Rollenentwicklung einfach überspringt. So bleibt sich die Hauptfigur durchgängig treu, was unheimlich sympathisch rüberkommt. Abschließend muss man sich wieder einmal über sie deutsche Synchronisation aufregen. Diese hat es mal wieder nicht geschafft, die vielen Gags, die durch die Vulgarität entstanden sind, einfach mal ordentlich genug umzuschreiben. So hat man zwar einen sprachlich kindertauglichen Film, dafür aber nur wenige Lacher.

Filme-Blog Wertung: 6/10

Komödien sind so ziemlich die einzigen Film, in denen man eine nicht vorhandene Rollenentwicklung wirklich schätzen kann. So brilliert nämlich auch Bad Teacher mit einer absolut glaubwürdigen Cameron Diaz, die ihrer Rolle als schlampige Lehrerin alle Ehre macht und sich – sympathischerweise – selbst treu bleibt. Wenn man den Film als eine Art Parodie betrachtet, kritisiert er sinnvolle Themen und kann somit auch klare Botschaft vermitteln. Besonders lobenswert sind die Szenen, die Jason Segel und Cameron Diaz zusammen spielen. Da es einiges an Lachern gibt und Bad Teacher seinen Zuschauer durchgehend gut unterhält, verdient er sich 6 Sterne.

Filmfazit:

Die Komödie Bad Teacher ist für alle Cameron Diaz und Jason Segel Fans sehenswert und auch für einen lockeren Fernsehabend mit Freunden bestens geeignet.

Filmtrailer:

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3 Gedanken zu “Filmkritik: Bad Teacher (2011)

  1. Schön!
    Würde wohl ein Pünktchen mehr geben; es ist einfach erfrischend mal wieder eine respektlose(!) Komödie(!!) aus Hollywood(!!!) zu sehen! Insofern steht der Streifen ganz in Tradition von There’s something about Mary. Die Diaz, die ich normalerweise nicht abkann, kommt wirklich sehr sympathisch rüber.
    Und die FSK12 ist schon i.O.!

  2. Ansichtssache! … zwei Jahre mehr könnten schon drin sein! Leider gibt es kein FSK 14 ;)
    6 Sterne gabs vor allem wegen der so unglaubwürdigen Nebendarsteller, von denen der Film einige zu bieten hatte.

  3. Ich kann ernsthaft nicht verstehen, wieso der Film so gehyped wird.
    Cameron Diaz ist dabei die passende Besetzung für die Hauptrolle, da andere Schauspieler meiner Meinung nach Verschwendung gewesen wären.
    Die Gags sind genauso flach, wie die Story und die schauspielerischen Leistungen lassen von so ziemlich allen Darstellern zu wünschen übrig.
    Gibt durchaus bessere Filme.

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