Die Frau in Schwarz (2012)

die frau in schwarz

Filmbeschreibung:

Und plötzlich sterben die Kinder in dem abgelegenen, englischen Küstendorf Crythin Gifford. Alles begann, als der Adoptivsohn von Alice Drablow auf tragische Weise im Moor ertrinkt. Alices psychische angeknackste Schwester Jennet schwor, ihr den Unfall bei dem ihr Kind starb niemals zu vergeben. Kurz darauf beging sie Selbstmord um mit ihrem Sohn im Jenseits wieder vereint zu sein. Und ab da eben, sterben die Kinder in CrythinGifford. Von alledem weiß Rechtsanwalt Arthur Kipps nichts. Der junge Londoner stürzte sich nach dem Tod seiner Frau, die bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes verstarb, in die Arbeit. Sein letzter Fall: Das Haus der Drablows in Crythin Gifford zu veräußern. Der Stadtmensch fährt also raus aufs Land, um sich selbst ein Bild der Immobilie zu machen. In dem verschlafenen Nest angekommen, merkt er bald, dass etwas nicht stimmt. Kinder verschwinden, die Leute haben Angst. Als Kipps eine Nacht in dem Drablow-Anwesen verbringt, sieht er sie, die Frau in Schwarz. Ist der Geist von Jennet zurückgekehrt um sich zu rächen. Tötet sie all diese Kinder. Kipps muss sich beeilen das Mysterium zu lösen, denn sein eigener Sohn kommt in vier Tagen nach Crythin Gifford. Zum Trailer

Filmkritik:

Welch eine Enttäuschung! Hatte die reanimierte Horrorkultschmiede „Hammer“ 2011 noch mit Let Me In gezeigt, wie man einen rundherum gelungenen Gruselfilm mit Tiefgang abliefert, versagen sie bei ihrer ersten eigenen Drehbuchproduktion seit Anfang der 1990er Jahre auf voller Linie. Die Frau in Schwarz fängt wirklich stark an. Das nebelverhangene englische Setting weckt Erinnerungen an die Glanzzeiten des Studios. Beinahe denkt man, dass gleich Boris Karloff  als Frankensteins Monster oder der ikonische Christopher „Dracula“ Lee durchs Bild wanken würden, doch dann kommt doch nur Harry Potter Daniel Radcliffe – was gar nicht weiter schlimm ist. Radcliffe macht seine Sache durchaus gut, scheitert jedoch am völligen vorhersehbaren Skript von Die Frau in Schwarz. Doch das spätviktorianische England in James Watkins Film sieht wahrlich gut aus. Die Bedrohung, die den Anwalt in dem Küstennest empfängt ist durchaus spürbar. Doch das leichte Unwohlsein in der Magengegend löst sich zu schnell in Wohlgefallen auf. Klar, die ersten zwei, drei Jump-Scares sind noch effektvoll in Szene gesetzt: Puppen und altes Blechspielzeug sind richtig ausgeleuchtet immer gruselig. Das weiß auch Watkins und lässt Radcliffe deshalb minutenlang durch das verstaubte Anwesen schleichen. Aus dem Augenwinkel sieht man immer mal in harmonischer Unschärfe verschwimmend die mysteriöse Frau in Schwarz. Doch wie das häufig so ist, bei Haunted-House-Movies, spätestens ab der „Erklärung“ für den Geist wird es langweilig.

Filme-Blog Wertung: 4/10

Bei Die Frau in Schwarz hätte es sich wunderbar angeboten, den Zuschauer im Unklaren darüber zu lassen, was denn eigentlich genau vor sich geht. Lebt eine der beiden Drablow-Schwestern noch und rächt sich an den Dorfbewohnern? Geht gar ein wahnsinniger Kindermörder um in Crythin Gifford. Oder ist die Frau in Schwarz gar ein Produkt aus der Fantasie des psychisch ebenfalls labilen Kipps? Pustekuchen. Nach einer guten halben Stunde ist die Gefahr erkannt: ein Geist – wie kreativ! Ab da driftet Die Frau in Schwarz zu einem Film ab, der von den Handlungsmechanismen im Geburtsjahr der Hammer-Studios (1930er) stecken geblieben scheint. Ein Ritual muss her, um den bösen Geist zu stoppen…Gähn. Auch The Others brach die vorhersehbare Storyentwicklung letztlich das Genick. Noch schlimmer wird es dadurch, dass Watkins unnötige Actionszenen einflechtet, um den Zuschauer bei Laune zu halten: Da wird eine Kutsche aus dem Moor geborgen. Und plötzlich setzt treibender Score ein, die Geräusche werden lauter, die Frau in Schwarz sowie miese CGI-Effekte tauchen auf, und, und, und. Auch die letztliche Auflösung ist nicht der Rede wert. Fiebert man zu Beginn noch mit Kipps und dem Schicksal seines Sohnes, ist einem selbiges schon bald völlig egal. Zudem macht Regisseur Watkins den Fehler und lässt die Beweggründe seiner Charaktere zu plakativ erscheinen. Das Spukhaus in Die Frau in Schwarz hat mehr Persönlichkeit als Anwalt Kipps – daran und an dem Ersticken in alten Erzählformen, scheitert der Reboot von Hammer schlussendlich.

Filmfazit:

Ein Haunted-House-Film von der Stange. Die Frau in Schwarz fängt spannend und atmosphärisch an, entwickelt sich aber zu einem vorhersehbaren Drama. Da haben die Hammer-Studios aber schon besseres abgeliefert!

Filmtrailer:

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