Filmkritik: 3 Idiots (2011)

3 Idiots

Filmbeschreibung:

Farhan, Raju und Rancho sind Zimmergenossen auf einem College in Indien. Die drei verstehen sich von Beginn an und Farhan und Raju müssen feststellen, dass Rancho nicht wie die anderen ist und die Welt so betrachtet, wie sie wirklich ist. Er ist ein warmherziger und ruhiger Poet, der hochintelligent ist, doch mit seiner eigenen Art trifft er am College auf den ein oder anderen Widerstand. Doch man möchte meinen, dass Rancho den wahren Sinn des Lebens gefunden hat und diesen versucht in dieser disziplinierten Welt durchzusetzen. Doch Rancho verschwindet plötzlich nach seinem mehr als erfolgreichen Abschluss und Farhan und Raju suchen ihn verzweifelt seit Jahren. Doch eines Tages erhalten sie einen Anruf von Ranchos Erzfeind, der meint, er habe ihn gefunden und sei zudem erfolgreicher geworden als Rancho. Für die drei ehemaligen Studenten beginnt ein spannendes Abenteuer voller Weisheiten. Zum Trailer

Filmkritik:

3 Idiots ist wohl der beste Bollywoodfilm, den ich jemals gesehen habe. Als Antifan von Bollywoodfilmen mit übertriebenen Tanz- und Gesangseinlagen, muss ich ehrlich gestehen, dass 3 Idiots wohl die beste Mischung gefunden hat und zudem eine unheimlich tiefgründige Story bietet. Die Laufzeit von 165 Minuten ist verdammt lang, hier hätte man sicherlich an der ein oder anderen Tanzszene sparen können, um so mehr Luft zu erhalten. Mit so einer langen Laufzeit ist es natürlich verdammt schwierig, den Zuschauer bei Laune zu halten und auch 3 Idiots ist, wie die meisten Filme auf diesem Gebiet, kein Meister, denn der Film hat deutliche Schwachpunkte, wobei ich sagen muss, dass die Laufzeit definitiv berechtigt ist, wenn man die Tanz-/Gesangszenen außen vor lässt. 3 Idiots hat viel zu bieten, denn unter den genialen und sympathischen Charakteren versteckt sich die Lebensphilosophie mit genügend Humor für jedermann. Aber neben der eigentlichen Story und der Suche nach dem Sinn des Lebens darf natürlich die Lovestory nicht fehlen, die in 3 Idiots auf keinen Fall zu kurz kommt, sei es die freundschaftliche Beziehung zwischen den Freunden, oder die Romanze zwischen Rancho und seiner Frau fürs Leben. Herzzerreißen und voller Gefühl etabliert sich 3 Idiots auf dem Markt, dabei kann man 3 Idiots klar von anderen Filmen differenzieren. Mit einem coolen Einstieg verbreitet 3 Idiots von Beginn an Sympathie und kann diese auch bis zum Schluss aufrechterhalten. Dies gelingt Regisseur Rajkumar Hirani durch viel Witz und Spaß. Die drei Freunde machen eben eine typische Collegezeit durch, mit gemäßigten Konsum von Alkohol und Aufnahmeritualen.

Filme-Blog Wertung: 9/10

3 Idiots ist ein Film mit viel Text, viel Herz und viel Poesie. Ich würde sogar sagen, dass der Film ein Must-See für jedermann ist, doch nicht jeder steht auf eine Laufzeit von drei Stunden oder auf ca. eine Stunde Tanz- und Gesangeinlagen. Sicherlich hätte man hier ordentlich kürzen können, doch ob der Film dann immer noch so eine Wirkung erzielen könnte, sei mal dahin gestellt, ich muss sagen, dass ich absolut kein Fan von typischen Bollywoodfilmen bin, da zum größten Teil oftmals nur gesungen oder getanzt wird, aber 3 Idiots hat mich vom Gegenteil überzeugt und mich von meinen Vorurteilen abgebracht. Die Story ist sehr gut durchdacht und kann auch bis zum Schluss mit einer großen und gefühlvollen Überraschung überzeugen. Zudem enthalten die Dialoge unzählige Lebensweisheiten, die sich jeder mal verinnerlichen sollte. Mit genügend Humor segelt 3 Idiots dem Ende zu und kann durchaus bis zum Schluss durch seinen jugendfreien Humor überzeugen. 3 Idiots ist eben Familienkino für die gesamte Familie und bewegt sich nebenher in tiefen Gewässern. 

Filmfazit:

Voraussetzungen für 3 Idiots sind massig Zeit, viel Gespür für textvolle Dialoge und einer gefühlvollen Romanze. Eigentlich ein Must-See für jeden, doch vollgepackt mit viel Text, Tanz- und Gesangeinlagen nicht jedermanns Sache.

Filmtrailer:

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2 Gedanken zu “Filmkritik: 3 Idiots (2011)

  1. ein film in überlänge in vielerlei hinsicht ;)

    zwar hatte er einige startschwierigkeiten: wirkte etwas comic-stilistisch, z.T. stereotypisch und dieses ewige disney-gesinge… naja, ist nun mal letzten endes doch ein indien-film
    aber er hatte viel zeit nochmal die kurve zu kriegen, denn der film ist in absoluter überlänge, was aber gar nicht so schlimm war letzten endes, denn dieser film hat es wirklich in sich

    trotz dieser teilweise utopischen verhältnisse präsentierte er seine höhen und tiefen im emotionalen bereich und gab den, leider immer öfters auftretenden gesellschaftlichen druck im leben unbedingt ruhm und reichtum erreichen zu müssen, wunderbar wieder und welche folgen sich daraus ergeben können (und das ist nicht einfach “wie im film”)

    zudem vermittelt er eine durchaus pragmatische botschaft: einen beruf zu ergreifen, wonach seine leidenschaft brennt! – heutzutage eine wichtige aussage, die immer mehr in vergessenheit gerät :(
    und btw: die lieder waren gar nicht mal so schlecht, wenn auch etwas nervig…~

    alles in allem ein film, der auch in überlänge dennoch sehenswert ist (und nicht vom anfang entmutigen lassen! oder der leicht vorhersehbaren storyentwicklung )

    persönliche wertung: 8/10

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