Silent Hill – Willkommen in der Hölle (2006)

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Filmbeschreibung:

Rose DaSilva ist gemeinsam mit ihrer Tochter Sharon unterwegs in die neuenglische Geisterstadt Silent Hill, die seit einem großen Brand Mitte des 20. Jahrhunderts unbewohnt ist. Sharon sieht die Stadt in ihren Träumen und wandelt im Schlaf umher; kann sich tagsüber jedoch an nichts mehr erinnern. Da keine Therapie anschlägt, hofft Rose durch einen Besuch in Silent Hill dem Auslöser der beunruhigenden Träume ihrer Tochter auf die Schliche zu kommen. Als die beiden Silent Hill erreichen, liegt ein unheilvoller Aschenebel über der Stadt. Als Sharon dann plötzlich verschwindet, irrt Rose alleine durch die Straßen der Kleinstadt und wird dort nicht nur mit ihren ureigenen Ängsten konfrontiert, sondern muss erkennen, dass ihrer Realität wohl nicht die Einzige ist… Zum Trailer

Filmkritik:

Dichter Nebel und ein Autounfall: der Startschuss für eine der besten Videospielreihen aller Zeiten – Silent Hill. Harry Mason sucht im ersten Teil der Serie nach seiner Tochter Cheryl. In gewisser Hinsicht ist der Film von Regisseur Christophe Gans ein Remake des ersten Spiels. Seltsame Visionen, noch seltsamere Kreaturen, eine mysteriöse Sekte und eine Doppelgängerin der Tochter sind auch im Film Zutaten, die zwar etwas anders erzählt werden als im pixeligen Vorbild, aber dennoch ähnlich stimmig rüberkommen. Von der Detailtreue ist Gans Werk wohl eine der stimmigsten Spieleverfilmungen – ein Genre, welchem ja bis heute, nicht ganz zu Unrecht, ein etwas trashiger Hauch anhaftet. Die verschiedenen Realitätsebenen in und um Silent Hill sind aufwendig gestaltet und vermitteln Bedrohung und Isolation; gleichzeitig wirkt aber auch alles seltsam heimelig und vertraut – ein seltsamer Zwiespalt, den aber bereits die spielbaren Vorbildern wundervoll zum Leben erweckten.

Filme-Blog Wertung: 8/10

Kein echtes Silent Hill ohne den Soundtrack von Akira Yamaoka! War es für Fans ein herber Schlag, dass der japanische Ausnahme-Musiker und Komponist bei dem aktuellen Teil der Reihe nicht mehr dabei ist, – auch wenn man sagen muss, dass Nachfolger Daniel Licht bei Downpour seine Sache mehr als nur gut macht – können sie bei der filmischen Umsetzung von Silent Hill nicht meckern. Ausnahmslose alle Stücke sind aus den Spielen bekannt. Bereits bei den Opening Titles hört man Yamaokas Thema aus Silent Hill 1. Diese musikalische Hommage zieht sich über die gesamte zweistündige Laufzeit des Films. Egal ob bei der Verfolgung Sharons durch die Straßen des Geisterstädtchens („The Darkness That Lurks In Our Mind“) oder dem Finale („Kill God“) Yamaokas Stücke sind allgegenwärtig. Ein ganz besonderer Fanservice sind dann die drei „Hits“ („You’re Not Here“, „Tears of…“ und „Theme of Laura“) der Spielerserie im Abspann – Kein Fan wird den Film ausmachen, ehe nicht auch die letzten Noten der Kompositionen verklungen sind. Doch nicht nur die rein musikalische Umsetzung, die ja so unabdingbar wichtig ist, um auch nur annähernd an die Atmosphäre der Spiele heranzureichen, kann überzeugen. Auch das Sounddesign – Geräusche der Kreaturen, das Quietschen von Türen, das Flüstern des Windes – wirkt wie aus dem Spiel entnommen. Mit geschlossenen Augen fühlt man sich in die Tage vor der Konsole zurückversetzt, als man das erste Mal die irreale Halbwelt von Silent Hill betrat. Egal ob ein „Grey Children“, die „Lurker“ oder die lieb gewonnen „Nurses“, beinahe alles hört sich an, wie im Spiel. Yamaoka stand dem Filmteam beratend zur Seite; seine Mitarbeit wertet den Streifen enorm auf. Kann der Film zwar einerseits schon visuell überzeugen, begeistert hingegen die akustische Seite völlig. Kameratechnisch kann man dem Team um Christophe Gans auch nichts vorwerfen. „Voraussetzung für die Mitarbeit im Film war es die Spiele mehrmals durchgespielt zu haben“, meinte er einmal in einem Interview zum Film. Diese Akribie merkt man dem fertigen Produkt dann auch an. Viele Kameraeinstellungen scheinen real gewordenen Polygonwelten zu sein. Die langsame Kamerafahrt über ein halb verrottetes Diner-Schild; verdrehte Einstellungen von U-Bahn-Eingängen; Froschaugen-Perspektiven von ganzen Straßenzügen – jedes einzelne Bild – vor allem im ersten Drittel des Films – wirkt durchkomponiert. Das Faszinierende: Selbst eine harmlose Highway-Unterführung wird zu einem Ort der industriellen Entfremdung von Mensch und Geist und entfaltet das Silent Hill-typische Unwohlsein ganz tief in der Magengegend.

Filmfazit:

Durch die Mitarbeit von Akira Yamaoka beim Sounddesign wird die Verfilmung eines der besten Videospiele aller Zeiten zu einem wahren Erlebnis – und vielleicht zu einer Eintrittskarte in die Welt des Schmutzes von Silent Hill.

Filmtrailer:

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