Filmkritik: Fight Club (1999)

fight club

Filmbeschreibung:

Im Fight Club kann man so richtig die Sau raus lassen, seiner Wut freien Lauf lassen, sich einmal stark fühlen und aus dem Alltag entfliehen. Der Gründer des Fight Clubs kämpft mit einem starken Problem und zwar mit dem Gefühl der Nutzlosigkeit. Der namenlose Protagonist weiß nicht recht, was er mit seinem Leben anfangen soll und sein einziges Ziel scheint die Vollkommenheit seiner Wohnung zu sein. Seine Garderobe ist voll mit Markenstücken und auch seine Einrichtung ist nobel und stilvoll, doch als er eines Tages Tyler Durden kennen lernt, nimmt sein Leben eine Wende um 180 Grad. Denn der junge Mann scheint nicht zu wissen, dass Vollkommenheit nicht das Ziel ist und so belehrt Tyler ihn eines Besseren und die zwei beginnen sich eine Freundschaft ungeahnten Ausmaßes zu schaffen. Zum Trailer

Filmkritik:

Wo fängt man bei so einem genialen Film überhaupt an, zu erzählen? Fangen wir einfach mal ganz vorne an, nämlich bei dem namenlosen Protagonisten selbst, der oftmals mit der Kamera direkt agiert und den gesamten Film über einen Monolog über Tyler und sich führt. Tyler Durden wird in Fight Club von Brad Pitt verkörpert, er ist sozusagen der „Weltverbesserer“ und zwar auf brutale und skurrile Art und Weise, die aber letzten Endes zu funktionieren scheint. Sehr angenehm ist die Spannung zwischen Tyler und dem namenlosen Protagonist – auch als der Erzähler bekannt – denn die Beiden scheinen anfangs die kompletten Gegensätze zu sein. Dazu muss man sagen, dass Tyler von Anfang an der Sympathieträger schlecht hin ist und so undurchschaubar ist, dass man ihm einfach alles zutraut. Brad Pitt ist wohl der Mann in Fight Club, der so ziemlich jedem die Show stiehlt. Seine körperliche Erscheinung allein lässt in der Frauenwelt die Herzen höher schlagen und seine Sympathie und ausgeflippte Art dürfte wohl das gesamte Publikum überzeugen. Edward Norton (American History X) alias „der namenlose Protagonist“ und Erzähler der Story, spielt seine Rolle ebenfalls sehr souverän, doch es ist seine Rolle selbst, die ihn in die Schranken weist. Wohingegen Tyler Durden nahezu jegliche Freiheit besitzt, um seine etwas andere Art unter Beweis zu stellen, muss der namenlose Protagonist sich stark zurück halten und beobachtet lediglich Tyler Durden, der sozusagen der Kopf der Bande ist, der Denker, oder einfach nur ein Genie(Der Geniegedanke: Ein Genie ist nicht wie die Masse, sondern grenzt sich durch seine andere Denkweise von seinen Mitmenschen ab.) Dass der Film weiß, wie man unterhält, muss ich wohl nicht sagen und obwohl uns Regisseur David Fincher mit Fight Club ein Werk von über zwei Stunden Material auf die Leinwand zaubert, so muss man gestehen, dass diese Laufzeit gerechtfertigt ist und man an keiner Stelle das Gefühl hat, dass der Film in die Länge gezogen ist. Bei so viel ernster Kritik an der sozialen Gesellschaft lässt sich Fincher den Humor nicht klauen und verbaut sogar ein paar witzige Aspekte, die ein wenig für Auflockerung sorgen, was der Film bei so viel Ernsthaftigkeit gebrauchen kann. Die FSK 18 Beschränkung finde ich bei Fight Club durchaus gerechtfertigt, denn die Schlägereien sind wirklich nicht ohne und vielleicht ist es auch hilfreicher, den Film zu begreifen, wenn man schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Als ich das zweite Mal Watchmen sah, fielen mir erst die unzähligen Details auf, wie zum Beispiel, der nie aufhörende Monolog und dieses unglaubliche Feeling, dass beim Betrachter Gänsehaut hervorruft. Genauso kann man sich Fight Club vorstellen, die kleinen Akzente fallen eben erst bei mehrmaligem Sehen auf. Es gibt wirklich eine Tatsache, die mich sehr beschäftigt und dies auch noch Wochen nach dem Film. Ich frage mich ständig, wie hat er das gemacht? Wer ist denn nun im Auto gefahren, wer hat ihm über den Zaun geholfen? Und es geht noch weiter, aber ich denke, den Rest könnt ihr euch denken. Verbesserungsvorschläge an Fight Club habe ich dennoch nicht, ich muss einfach zugeben, dass der Streifen einsame Klasse ist, und ich nicht wüsste, wie man es besser machen könnte. Nicht nur der namenlose Protagonist wurde eines besseren belehrt, sondern ich selbst ebenfalls. Denn von Fight Club kann man so einiges lernen und um diesen Streifen zu verdauen benötigt man wirklich einige Zeit. Vielleicht ist ein mehrmaliges Schauen hier sogar recht sinnvoll, um wirklich jedes kleine Detail zu verstehen.

Filme-Blog Wertung: 9/10

Die Besetzung von Fight Club ist einfach grandios und ein wahrer Hingucker, doch nicht nur die Besetzung glänzt hier von der besten Seite, sondern auch die Story, die einfach nur voller Weisheiten und genialer Ausdrücke ist. Alles in allem macht Fight Club einfach einen genialen Gesamteindruck und strotzt nur so vor Genialität. Die Spannung nimmt ebenfalls einen guten Verlauf und schafft es sogar gegen Ende noch einmal stark bergauf zu gehen. Was soll man zu diesem gelungenen Streifen noch sagen, richtig: Die Anlaufschwäche. Fight Club benötigt ein wenig Zeit, um warmzulaufen und deswegen ist die erste Hälfte nicht besonders interessant und „labert ein wenig um den heißen Brei herum“. Dennoch musste ich schwer nachdenken, ob ich nun zehn, oder neun Sterne gebe, doch als ich den Film ein zweites Mal gesehen habe, wusste ich, dass eine Wertung von neun Sternen eher angebracht sei.

Kann man aus Seife Sprengstoff herstellen?

Natürlich ist dies völliger Quatsch, dass man aus Seife Sprengstoff herstellen könnte. Ich kann mir aber ziemlich gut denken, dass sehr viele Zuschauer entweder es irgendwie selbst versucht haben, oder sich im Internet irgendwo eingelesen haben.

Wie heißt das Lied im Abspann?

Pixies – Where is my mind

Info:

Der Film Fight Club beruht auf dem gleichnamigen Roman von Chuck Palahniuk, der 1996 geschrieben wurde.

Zitate:

“In 9 von 10 Fällen ist es ein Rasierapparat, aber hin und wieder ist es ein Dildo.”

Filmfazit:

Ich möchte ungern unhöflich wirken, aber wer Fight Club nicht gesehen hat, besitzt leider eine riesige Bildungslücke. Egal welcher Genrefan man ist, Fight Club gehört in jede DVD-Sammlung und sollte mindestens einmal im Leben gesehen werden.

Filmtrailer:

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10 Gedanken zu “Filmkritik: Fight Club (1999)

    • Stimm ich dir voll und ganz zu, wenn mich jemand nach einen Film fragt, den ich empfehlen kann, dann nenn ich immer erst einmal Fight Club, danach sag ich dann, dass sie viel Zeit mitbringen sollen :D

  1. Hey Patrick,

    ich kann mich deinem Fazit nur anschließen! Habe mit einer ganz anderen Art von Film gerechnet als ich ihn in meinen DVD Player steckte.

    Von mir gibt es 10 von 10 Sternen.

    Gruß
    Max

  2. Fight Club ist einfach… waaow! eigentlich hätte er 10 punkte verdient, wobei ich das buch sogar noch besser finde (wie so oft), da es mehr an tiefe hat. bei den (großen) kleinigkeiten die einem erst beim 2ten sehen auffallen stimme ich dir völlig zur.

    Fight Club ist so voll mit interpretationsfreiraum!

    (danke für die anregung, werde wohl bald nochmal auf entdeckungstour gehen)

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