Filmkritik: Die Bienenhüterin (2009)

Die Bienenhueterin

Filmbeschreibung:

South Carolina, 1964: Lily Owens wird jede Nacht von Alpträumen heimgesucht. Sie träumt seit Jahren von dem Tod ihrer Mutter Deborah, für den sie sich verantwortlich fühlt, obwohl sie damals nur zehn Jahre alt war. Zur Zeit lebt sie mit ihrem brutalen Vater und der schwarzen Rosaleen, der Haushälterin, zusammen. Zu dieser hat Lily ein sehr gutes Verhältnis. Als Lily und Rosaleen in die Stadt gehen, wird Rosaleen zusammengeschlagen und kommt ins Krankenhaus. Als Lilys Vater seiner Tochter sagt, dass ihre Mutter vor ihrem Tod nichts mehr von Lily wissen wollte, flieht sie von zu Hause. Zuerst befreit sie Rosaleen aus dem Krankenhaus und geht mit dieser nach Tiburon, denn Lily hat auf den Habseligkeiten, die ihr von der Mutter geblieben sind, den Namen dieser Stadt stehen sehen. Lily möchte herausfinden, ob die Aussage ihres Vaters stimmt und wie die Vergangenheit ihrer Mutter tatsächlich aussah. Lily landet auf der Bienenfarm der Boatwright-Schwester, die Lily und Rosaleen eine Unterkunft, aber auch Antworten geben. Zum Trailer

Filmkritik:

Der Film die Bienenhüterin basiert auf der Handlung des Romans die Bienenhüterin von Sue Monk Kidd. Das Buch war ein Bestseller und ich war gespannt, ob der Film dem durchaus gelungenen Roman gerecht wird. In dem Film die Bienenhüterin werden viele verschiedene Themen angeschnitten. Zuallererst wäre das Thema Rassismus zu nennen. 1964 hatten die Schwarzen zum ersten Mal das Recht zu wählen (Civil Rights Act). Mit Martin Luther King begann der Kampf um die Gleichberechtigung. Das hört sich anfangs noch positiv für die Schwarzen an, doch dieser Fortschritt brachte viel Hass gegenüber den Schwarzen mit sich. Das wird schon von Anfang an deutlich, als Rosaleen Opfer eines brutalen Überfalls wird. Ein weiteres Thema ist die Religiosität der Familie Boatwright. Für die drei Schwestern June, May und August ist die Religion alles und auch Lily und Rosaleen finden Zuflucht in der Religion. Auch die Schuldgefühle Lilys für den Tod ihrer Mutter sind ein zentraler Punkt. Am Anfang war ich etwas skeptisch, ob Dakota Fanning diese Rolle, die soviel durchlebt, wirklich spielen kann. Doch Fanning enttäuschte, wie in vielen anderen Filmen, nicht. Dank ihrer mimischen Ausdruckskraft konnte sie auch ohne Worte die Rolle der entschlossenen Lily spielen. Lily ist für ihr Alter sehr selbstständig und auch gutmütig. Sie leidet sehr unter ihrem gewalttätigen Vater und ist auf der Suche nach den Spuren der Vergangenheit ihrer Mutter. Auf dieser Reise begleitet sie Rosaleen. Kate Hudson hält sich zwar manchmal dezent im Hintergrund, spielte die Rolle aber auch sehr überzeugend. Unterkunft fanden die zwei bei den Boatwrights, die Familie, die Lily gesucht hatte. August Boatwright wirkte an vielen Stellen wie die Mutter der Schwestern, obwohl sie „nur“ die Schwester ist. Sie wurde von Queen Latifah, meiner Favoritin in diesem Film, verkörpert. Latifah schafft es, die selbstbewusste und äußerst starke August gut zu spielen und nimmt somit neben Fanning ebenfalls eine sehr zentrale Rolle in Die Bienenhüterin ein. Die mütterliche Art passt auch sehr zu ihr. June, die etwas toughere von den Schwestern, wird von Alicia Keys verkörpert. Da dies der erste Film war, in dem ich Keys als Darstellerin sah, war ich gespannt, wie diese sich schlagen wird. Meiner Meinung nach konnte sie nicht ganz mit den anderen Darstellern mithalten, denn sie stellte die Figur etwas einseitig dar. Die Bienenhüterin beginnt sehr dramatisch und man bekommt als Zuschauer schnell einen Überblick über die Lebenssituation Lilys. In der Mitte ist die Handlung etwas lockerer, denn Lilys Leben läuft sehr unbeschwert. Diese Stimmung bekommt der Zuschauer hautnah zu spüren. Danach jedoch häufen sich wieder die Probleme und der Film kommt (vom Spannungsbogen aus gesehen) am Höhepunkt an. Diese Kurve macht den Film abwechslungsreicher. Das Happy End kommt nach der vielen Dramatik ebenfalls gelegen. Begleitet wird die Handlung von einem relativ unauffälligen Soundtrack, der jedoch viel zur Stimmung und zur Atmosphäre beiträgt.

Filme-Blog Wertung: 9/10

Die Bienenhüterin ist ein sehr bewegender Film. Das funktioniert, ohne zu kitschig zu wirken. Bei mir konnte der Film wegen zahlreichen Gründen punkten. Da wäre zu Beginn die Vielfalt der Themen, die im Film behandelt werden. Das macht Die Bienenhüterin etwas anspruchsvoller, dennoch wirkt der Film dadurch noch realistischer. Die Themen wurden auch visuell gut umgesetzt. Der Verlauf der Handlung ist trotz der langen Spielzeit abwechslungsreich und der Film wird an keiner Stelle langweilig. Auch die Darsteller können, mit einer Ausnahme, durchgehend überzeugen. Weitere Pluspunkte verdient sich der Film durch den Soundtrack, der meiner Meinung nach passend gewählt worden ist. Was für mich bei Literaturverfilmungen sehr wichtig ist, ist die Umsetzung dieser. Das ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen und Die Bienenhüterin wird dem gleichnamigen Roman gerecht.

Filmfazit:

Bei Die Bienenhüterin handelt es sich um einen anspruchsvollen, aber auch bewegenden Film. Auch wenn es sich um ein Drama handelt, gibt es zwischendurch einige lockere Szenen. Meiner Meinung nach ein sehr gelungener Film mit einer guten Besetzung.

Filmtrailer:

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