Filmkritik: Alice im Wunderland (2010)

Alice im Wunderland

Filmbeschreibung:

Die 19-jährige Alice Kingsley soll einen Jungen namens Hamish heiraten. Nachdem er ihr vor hoher Gesellschaft einen Antrag macht, flieht sie, ohne dass sie diesen beantwortet. Sie folgt einem weißen Kaninchen, welches in einem Loch im Waldboden verschwindet. Auch sie fällt hinein und findet sich in einer Phantasiewelt wieder: dem Wunderland. Dort begegnet sie kuriosen Personen, wie dem Hutmacher, der sie auf ihrer Reise begleitet und ihr ein treuer Freund ist. Sie soll das Wunderland von der Herrschaft der Roten Königin befreien, doch immer wieder wird sie vor die Frage gestellt, ob sie die richtige „Alice“ sei und das Wunderland retten könne. Nun muss sich Alice in der Wunderwelt beweisen und das Abenteuer bewältigen. Zum Trailer

Filmkritik:

Der Film Alice im Wunderland zeigt eine Welt, in der Phantasie keine Grenzen kennt. Tim Burton lässt sein Talent in jeder Blume, in jedem Baum und ganz besonders in jedem Charakter spielen. Man wird in eine phantastische Welt entführt und dort verzaubert. Das  Wunderland steckt voller Gegensätzlichkeiten: Man sieht eine düstere Umgebung, verdorrte Bäume, Nebel – aber zugleich bunte und fremde Pflanzen und in allem steckt Leben. Die Kameraführung wirkt detailorientiert, denn bestimmte Gegenstände werden betont im Vordergrund präsentiert und der Betrachter nimmt sehr viel der Umgebung wahr. Dieses Verhältnis ist perfekt für eine 3D-Vorstellung geeignet! Abgesehen von der phantasievollen und verzauberten Welt in Alice im Wunderland treten die Charaktere auf eine ganzbesondere Art und Weise hervor. Jeder Einzelne überzeugt mit seiner spezifischen Art. Johnny Depp, welcher den Hutmacher darstellt, spielt eine außergewöhnliche und verrückte Persönlichkeit. Man spürt, dass diese Persönlichkeit kompliziert ist -der Hutmacher ist wahnsinnig, geistesabwesend und genial, aber trotzdem trägt er Verletzlichkeit, Treue und ein großes, goldenes Herz in sich. Bemerkbar wird dies an der Freundschaft, welche im Laufe des Filmes zwischen dem Hutmacher und der Protagonistin Alice entsteht. Johnny Depp ist perfekt auf diese Rolle zugeschnitten und spielt diese überragend. Eine weitere sehr interessante Verkörperung stellt die Rolle der Weißen Königin dar. Anne Hathaway überzeugt mit ihrer unbeschwerten Art und zeigt die Weiße Königin als zauberhaft, wundersam und elegant. Nicht zuletzt beweist sie in ihren Bewegungen eine besondere Ironie, die zu  einer komischen und etwas anderen Sicht auf eine „typische“ Königin führt. Weitere Charaktere sind einfach interessant und es macht durchaus Spaß sich von ihnen unterhalten zu lassen, wie beispielsweise die Grinsekatze oder die immerzu rauchende Raupe Absolum. Auch die Rote Königin, gespielt von Helena Boham Carter, kann den Betrachter einnehmen, indem sie eine kalte und zunächst herzlose Königin mit einem übergroßen Kopf darstellt. Ebenfalls ist dieser Charakter nicht einfach nur herzlos und exzentrisch, sondern zeigt eine menschliche Seite. Zu guter Letzt komme ich zur Protagonistin: Alice. Die 19-jährige Alice wird immerzu in eine Entscheidungsrichtung gedrängt und sie lehnt sich dagegen auf. Von Anfang des Filmes  Alice im Wunderland  steht sie in einem inneren Konflikt, welcher die Frage nach Ihrer selbst beschreibt. Der innere Konflikt trägt eine immense Bedeutung, doch leider wird darauf zu wenig eingegangen, was dazu führt, dass sich der Zuschauer nicht richtig mit der Protagonistin identifizieren kann. Somit wird er von der Rolle nicht auf emotionaler Basis gerührt und es bleibt eine distanzierte Wahrnehmung. Abgesehen davon ist die schauspielerische Leistung Mia Wasikowskas gut und passend besetzt, da sie authentisch spielt. Die Handlung ist eintönig und einfach. Aber die Musik, welche von Danny Elfman komponiert  worden ist, trägt maßgeblich zur Stimmung bei. Sie verleiht dem Film Alice im Wunderland erst recht diese zauberhafte, abenteuerliche, bedrohliche und verträumte Atmosphäre.

Filme-Blog Wertung: 7/10

Verdiente sieben Sterne! Eine berauschende und phantastische Welt entführt den Zuschauer wieder in seine Kindheit und lässt ihn von fremden Geschichten träumen. Die Wunderwelt ist so detailliert und interessant dargestellt, dass sie einen fesselt. Besonders hier kann die 3D-Vorstellung den Zuschauer beeindrucken und einnehmen. Die Charaktere sind vielschichtig und aus diesem Grund faszinierend für den Zuschauer. Musik und Kameraführung rücken weiterhin die Szene in das vollkommene Licht und Tim Burton beweist sein Geschick darin, den Zuschauer auf eine phantasievolle und entdeckungsreiche Reise mitnehmen zu können. Abzüge gibt es für die Distanz, die zwischen dem Protagonisten und dem Betrachter wirkt, weswegen Alice im Wunderland nur oberflächig einnehmend ist. Es fehlt dieses gewisse Gefühl, wenn man aus dem Kino geht und noch immer in dem Filmgeschehen gefangen ist.   

Filmfazit:

Alice im Wunderland ist ein toller Film voller Phantasie; er beinhaltet Action, Humor, Gefühl und Freundschaft. Auch wenn eine gewisse Distanz zum Filmgeschehen besteht und der Handlungsstrang einfach gestaltet worden ist, ist es eine gewaltige Bildattraktion, weswegen der Film nur empfehlenswert sein kann.

Filmtrailer:

Facebook Kommentare

Facebook Kommentare

Add Comment Register



Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>