300 (2007)

300

Filmbeschreibung:

Die Perser stehen vor den Toren Griechenlands. Diverse Völker der Insel haben sich bereits der gottgleichen Macht des Vielvölkerkönigs Xerxes I gebeugt. Doch die Spartaner unter ihrem König Leonidas geben nicht so klein bei. Als Volk, welches quasi sein gesamtes Leben in ständiger Kriegsbereitschaft führt, missachtet er die Weissagungen des Orakels und die Ratschläge seiner engsten Vertrauten: Leonidas zieht mit 300 seiner bestenKriegern, den Spartiaten in den Krieg gegen die Unterdrückung des Perserkönigs. An einer Gebirgsenge, den nur wenige Meter breiten Thermopylen, kommt es zum ersten Gefecht zwischen den 300 und dem hunderttausende Köpfe zählenden Heer Xerxes. Leonidas kämpft eine aussichtslose Schlacht für die Freiheit seines Volkes. An der Heimatfront schlägt sich derweil seine Frau, Königin Gorgo, mit sturen und störrischen Parlamentariern herum, die Leonidas und die 300 nicht mit Ersatztruppen unterstützen wollen. Zum Trailer

Filmkritik:

300 war nicht der erste Film, der auf einem Comic des amerikanischen Kultautors Frank Miller basiert. Bereits zwei Jahre zuvor wurde Millers Masterpiece Sin City, stilistisch eng an die gezeichnete Vorlage angelehnt, verfilmt und mauserte sich rasch zu einem regelrechten Kultfilm. Der stilisierte Schwarz-Weiß-Look. Die düstere Welt, die von ebenso düsteren wie skurrilen (Comic)Charakteren bevölkert wurde, zeigte einmal mehr auf, dass Comics beileibe kein Kinderkram sind, sondern sich auf intelligente Art und Weise mit popkulturellen Phänomenen auseinandersetzten können. 2008 wollte es Comicautor Miller dann noch einmal richtig wissen und nahm für The Spirit – einem Will Eisner Comic – selbst Platz auf dem Regiestuhl. Das hätte er mal lieber gelassen, denn The Spirit war und ist ein artifizielles Machwerk, ohne jeglichen roten Faden. 300 war auch nicht der erste Film von Regisseur Zack Snyder der bereits 2004 mit dem Remake von Dawn of the Dead seinen Platz im Genrefilm gefunden hatte. Dawn of the Dead war kein Überhit, wurde von der Kritik teilweise abgewatscht und tatsächlich ist es in Anbetracht des kultigen Romero-Originals irgendwie überflüssig. Dennoch machte der Film Spaß – nicht zuletzt aufgrund Snyders Regiearbeit, die unverkrampft und ohne Blick auf Political Correctness an das Remake heranging und dennoch Romero Tribut zollte. Snyder, von diesem Mann konnte man noch einiges erwarten, so die weit verbreitete Meinung von Filmfreunden – und sie sollten Recht behalten, denn mit 300 lieferte der gute Mann 2007 eine Comicverfilmung ab, die Sin City in nichts nachsteht, obwohl sie den Fokus auf etwas völlig anderes legt.

Filme-Blog Wertung: 9/10

Mal Hand auf’s Herz, wer, der das Thema nicht an der Uni durchgenommen hat, kennt sich mit dem zweiten persischen Krieg aus? Wer hat die Werke Herodots oder Plutarchs gelesen, die als antike Geschichtsschreiber das Bild der heutigen Wissenschaft des antiken Konflikts prägen? Die Anzahl dürfte nicht allzu groß sein und man sollte gewarnt sein, wer sich Snyders 300 ansieht, bekommt keine Lehrstunde in Sachen Geschichte, sondern eher eine in moderner Kunst. So wenig wie die Comic Novel 300 ein Geschichtsbuch ist, ist der Film 300 eine geschichtswissenschaftliche Abhandlung. Natürlich bedienten sich Miller und Snyder bei historischen Gegebenheiten – die Schlacht fand tatsächlich statt, allerdings standen nicht Spartaner alleine gegen die Heerscharen des Xerxes, sondern ein Bündnis dutzender griechischer Völker, was im Film nur angedeutet wird – orientieren sich sogar ab und an bei wörtlichen Überlieferungen antiker Geschichtsschreiber, alles in allem dürfte der Geschichtswissenschaftler, der keinen Geschmack hat, spätestens bei den auftretenden Monstern abschalten…und würde damit so einiges verpassen. 300 ist quasi der Monumentalfilm für das 21. Jahrhundert: Mehr Bombast und Ästhetik ging 2007 einfach nicht. Snyder bediente sich der gesamten Trickkiste der modernen Filmtechnik. Zeitraffer und eine überbordende Farbpalette kennzeichnen die Schlachtenszenen. Damit steht der Film im Direktvergleich auch konträr zu Sin City, der mit einer monochromen Optik daherkommt; 300 ist ein blutig-buntes Spektakel. Spätestens dann, wenn die Unsterblichen gegen 300 Spartiaten zu Felde ziehen, im Hintergrund gigantische Kriegselefanten röhren, Pfeile den Himmel verdunkeln und die Umhänge der 300 nicht nur von Farbe rot sind, dann ist man mittendrin in diesem Miller’schen/Snyder’schen Mikrokosmos. Begleitet wird man auf seiner Reise ins Fantasy-480-vor-Christus von einem Off-Erzähler, der die Bilder, die großen Gemälden gleichen kommentiert und damit immer den passenden Rahmen setzt.

Filmfazit:

Sandalenfilm und Generation: Facebook – wie passt das zusammen? Mit 300 gibt Zack Snyder die Antwort. Weniger Geschichtsstunde, als Nachhilfe in artifizieller Bildsprache.

Filmtrailer:

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2 Gedanken zu “300 (2007)

  1. wundert mich, dass er erst jetzt bei euch angekommen ist :p
    natürlich ein hammer-film in mehrerer hinsicht: schauspieler – top, story – top, aufmachung und darstellung – top
    und mittlerweile ist es ein “klassiker” geworden, den nahezu jeder kennt – zurecht meiner meinung nach, deshalb kann ich mich der wertung auch nur anschließen und jedem empfehlen sich den zumindest einmal anzuschauen – zumal auf diesen filme einige meme’s im internet basieren :p

  2. Der Film ist einfach nur Wahnsinn….

    Einer der besten Filme die ich je gesehen habe.
    Schade nur, das es leider bis jetzt keine fortsetzung gegeben hat.

    Wäre nicht schlecht, wenn mal wieder ein Film rauskommt, der annähernd so ist wie “300”

    Lg

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