The Sixth Sense (1999)

sixth sense

Filmbeschreibung:

Doktor Malcolm Crowe ist Kinderpsychologe. Ein sehr guter sogar; ausgezeichnet von der Stadt New York glaubt er, er könne jedem helfen. Doch der Überfall eines früheren Patienten, Vincent Grey, belehrt ihn eines besseren. Grey schießt auf Crowe und begeht anschließend Selbstmord. Um seinen Fehler wieder gut zu machen und seine Schuldgefühle zu tilgen stürzt er sich in die Arbeit mit dem jungen Cole. Coles Symptome erinnern den Psychologen an die von Grey. Durch die Heilung Coles verspricht er sich demnach Absolution. Cole leidet unter unerklärlichen Angstzuständen. Erste nachdem Crowe Zugang zu dem Jungen gefunden hat, offenbart er ihm sein Geheimnis. Ein Geheimnis, welches auch Crowes Existenz in ihren Grundfesten erschüttern wird… Zum Trailer

Filmkritik:

The Sixth Sense ist einer jener Filme, die immer und von allen in den höchsten Tönen gelobt werden, ….und den ich bis vor kurzem noch nicht gesehen hatte [Schande über mich] Und ja es stimmt, The Sixth Sense ist ein sehr guter Film, der zurecht in der Liste der wichtigsten Filme aller Zeiten ganz weit vorne mit dabei ist. Allerdings ist der Streifen auch schon wieder über zehn Jahre alt, weswegen einige „unvorhergesehene Wendungen“, dann doch genau das Gegenteil sind: Vorhersehbar. Dieses kleine Manko tut dem Filmgenuss allerdings keinen Abbruch. In The Sixth Sense begeistern vor allem die Schauspieler. Bruce Willis, Kinderstar Haley Joel Osment und Toni Collette stechen durch ihr Spiel hervor. Diese drei Schauspieler tragen den gesamten Film. Allen voran durch ihre Mimik ziehen sie den Zuschauer in ihren Bann und lassen ihn nicht mehr los, ehe er nicht hinter das Geheimnis des jungen Cole gekommen ist. M. Night Shyamalan, der sich weiß Gott mittlerweile leider für solche Produktionen wie Die Legende von Aang hergibt, konnte seit seinem Frühwerk nicht mehr an dessen Genialität anknüpfen. Zwar waren auch Unbreakable – Unzerbrechlich (ebenfalls mit Bruce Willis) und vor allem Signs – Zeichen sowohl an den Kinokassen als auch bei den Kritikern ein Erfolg, sein erster Hollywood-Film blieb jedoch sowohl was Storytelling als auch Kameraarbeit angeht sein wohl bester Film. Wie auch in Signs oder The Happing bricht in The Sixth Sense das Unheil über eine eigentlich ganz normale Familie herein. Shyamalan versteht es meisterlich ein konstantes Unwohlsein beim Zuschauer aufzurufen. Ab und an wird auf Jump-Scares zurückgegriffen; das Tolle hierbei. Nicht das Anschwellen des Sounds, oder die Plötzlichkeit einer Bewegung lösen Angstgefühle aus, sondern die Absurdität des Gezeigten. Wie ein nerviges Summen einer Biene setzt sich das Unwohlsein beim Zuschauer fest. Wird es dann grafisch, bleibt die Kamera so ruhig, als wenn sie eine Liebesszene zwischen Crowe und seiner Frau einfängt. Und gerade das Groteske, was da manchmal in die heile Welt einbricht zeigt den wahren Horror einer modernen Mittelklassegesellschaft. Eheprobleme, Suizid, tödliche Neugier, das Vergiften von Kindern – ausgelöst von Erwachsenen, sind es bei Shyamalan meist die Kinder – allen voran Cole – die das ganze Leid, den ganzen Schmerz abbekommen. Auch die Figur des Psychologen Crowe macht da keinen Unterschied; benutzt er den jungen doch um Wiedergutmachung seiner eigenen Sünden zu erfahren. Bei aller Tragik bleibt The Sixth Sense dann aber doch im tiefsten Herzen ein klassischer Horrorfilm. Hier wird nicht ausgeweidet und verstümmelt, es werden keine Sehnen durchtrennt und keine Kehlschnitte verübt, dennoch schreckt Shyamalan nicht davor zurück, blutige Effekte zu inszenieren. Diese sorgen dann aber auch wirklich für einen wohligen Schauer, der nicht nur den kleinen Cole erfassen wird.

Filme-Blog Wertung: 9/10

Das Schöne an Shyamalans Filmen ist immer wieder die Farbsymbolik, die er verwendet, achtet man einmal darauf, erschließen sich durch die Verwendung von Signalfarben ganz neue Interpretationsmöglichkeiten. In The Sixth Sense treten die helle, leuchtende Farben in einen direkten Konkurrenzkampf mit gedeckten, düsteren Farbtönen. In gewisser Hinsicht symbolisieren die Farbspiele einen ewigen Kampf zwischen gut und böse. Man kann sich munter über die Symbolik des Films unterhalten… kann es aber auch lassen und ihn einfach genießen.

Filmfazit:

„Kennen Sie das Gefühl, wenn sich ihnen vor Angst die Nackenhaare aufstellen“, fragt Cole Doktor Crowe. Nach diesem Film, kennt der Zuschauer es zweifellos. Zwar nicht mehr so innovativ wie noch 1999, ist The Sixth Sense auch heute noch sehr sehenswert.

Filmtrailer:

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2 Gedanken zu “The Sixth Sense (1999)

  1. ist das jetzt neu, dass must-see filme so einen stempel erhalten? *lol

    ich persönlich fand den film auch ziemlich gut und kann mich dieser bewertung im großen und ganzen anschließen – hab ihn zwar schon seit längerem nicht mehr gesehen, aber oft genug, dass ich mich recht gut an ihn erinnere
    bruce willis und vor allem der junge haben eine gute rolle gespielt
    die auflösung / das ende des films ist auch überraschend
    ich denke es gibt kaum filme, die so prägnant sind wie dieser: ich meine, diesen film kennt sowieso so gut wie jeder und wie oft der schon parodiert / zitiert wurde spricht eigentlich nur für ihn

    auf jedenfall ein film, bei dem man sich die zeit nicht verschwendet :p

    persönliche bewertung: 8-9/10

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