Memento (2001)

memento

Filmbeschreibung:

Leonard hat diesen Zustand. Er hat kein Kurzzeitgedächtnis mehr und das Letzte an das er sich erinnert ist seine Frau und zwar vielmehr, wie sie starb. Leonard versucht mit dieser Krankheit zu leben, indem er sich Zettelchen schreibt, Fotos macht, oder sehr wichtige Informationen auf seinen Körper tätowiert. Leonard versucht durch Routine wieder leben zu können, doch auf der Suche nach den Mördern seiner Frau kann er niemanden trauen, außer seinen beschriebenen Bildern, auf denen er wichtige Hinweise zu Personen vermerkt, die ihm auf der Such nach John Edward Gammell helfen. Zum Trailer

Filmkritik:

Aufgewacht und der gute Leonard weiß nicht, wo er ist, wie er dort hingekommen ist und was er gemacht hat. So ergeht es ihm jeden Morgen, und so ergeht es auch dem Zuschauer, denn Memento steigt direkt ins Geschehen ein, ohne jegliche Rücksicht auf Verständnisprobleme. Regisseur Christopher Nolan präsentiert einen Fetzen nach dem nächsten, dabei sollte man aber strickt unterscheiden können, in welcher Zeit sich der Film befindet. Hilfestellung bieten hier die schwarz-weiß Szenen, die sich chronologisch vorwärts bewegen und die farbigen Szenen, die sich chronologisch rückwärts bewegen. Die verwirrende Abfolge der Szenen und der schnelle Ortswechsel geben dem Zuschauer das Gefühl, er leide selbst an diesem Zustand, wie Leonard ihn nennt. Für mich persönlich finde ich es immer gelungen, wenn man versucht, durch gewisse Effekte sehr nahe an den Zuschauer zu kommen, wie zum Beispiel die Egocam-Perspektive aus REC oder Cloverfield. Der Mystery-Faktor ist wirklich gigantisch groß, denn dadurch, dass man sehr wenig über die einzelnen Personen weiß, obwohl man schon voll im Geschehen ist, fällt es einem schwer, diese richtig einzuschätzen, oftmals wechseln die Seiten und man weiß nicht recht, wem man Glauben schenken darf, um am Ende nicht doch ins Netz zu gehen. Die Atmosphäre ist ebenso brilliant, wie die Charaktere an sich. Zwischen Intrigen, Vertrauen und Heuchlern verbirgt sich die Wahrheit und der gute Leonard muss ganz alleine herausfinden, wem er vertrauen darf, obwohl, er hat doch seine Fotos, doch ist es nicht ein Leichtes, sich diese Fotos einfach zu schnappen und zu manipulieren? Wie man sieht, ist es nicht leicht ohne ein richtiges Gedächtnis leben zu können. Der Handlungsstrang ist in Memento mit gesundem Menschenverstand nicht leicht herauszufinden. So viele Fragezeichen im Kopf und dabei läuft bereits der Abspann, dies ist wohl größtes Manko des genialen und verzwickten Mysterythrillers. Das Katz- und Mausspiel ist so verzwickt, dass man sich wirklich konzentrieren muss und auf jedes kleinste Detail achten muss, um den Film zu verstehen (am besten man macht sich Notizen, oder liest einfach meine Interpretation, beziehungsweise die Personenkonstellation). Nun zurück zum Problem von Memento, welches gar nicht mal zu verachten ist, denn ich hätte mir abschließend gewünscht, dass die Lösung deutlicher gezeigt wird, da ich gezwungen war mir Memento ein zweites Mal anzusehen und wirklich auf jeden kleinsten Hinweis, ja sogar auf jeden einzelnen Frame zu achten – wie man weiter unten lesen kann. Man kann Memento gar nicht oft genug sehen um alles zu verstehen und zu erkennen und damit ist es das Beste man liest die Meinung anderer, um einige Hinweise zu bekommen. Womöglich würde sich der gute Leonard beim Lesen dieser Kritik gar nicht mehr daran erinnern, was er hier liest. Deshalb abschließend ein paar Worte zu Memento: Memento ist ein genialer Streifen, der schwere Rätsel beinhaltet und mit einer guten Kameraführung beziehungsweise einem guten Kameraschnitt punkten kann. Ein Blick auf dieses Mytery-Thriller-Drama lohnt sich auf jeden Fall. Gerade Fans von The Jacket und Shutter Island kann ich diesen Streifen empfehlen.

Filme-Blog Wertung: 8/10

Memento ist ein grandioses Katz- und Mausspiel, welches vielleicht hier und da nicht ganz leicht zu verstehen ist, aber im Gesamten doch ein kleines Meisterwerk darstellt. Anspruchsvoll ist der Streifen, ob er dem Zuschauer zu viel abverlangt über knapp 110 Minuten steht hier nicht zur Debatte, doch Fakt ist, dass man sich auf einen komplizierten und sehr verstrickten Film vorbereiten sollte, der nicht jedermanns Sache ist. Hilfe ist jedoch in Sicht, denn Regisseur Christopher Nolan hat einige Hilfsmittelchen verbaut, die einem zumindest dabei Helfen, zwischen dem ständigen Zeitwechsel zu unterscheiden. Für mich ist dies auf jeden Fall ein sehr großer Pluspunkt, da diese Darbietung auch Abwechslung bietet. Abschließend möchte ich einfach noch erwähnen, dass Memento sich seine acht Sterne verdient hat, aber durch die schwache Auflösung ein paar Sternchen abgezogen bekommt. Über eine 9-Sterne-Wertung lässt sich sicherlich streiten, doch ausschlaggebend für mich ist, dass der Film selbst die Auflösung bietet, oder den Zuschauer auf den Weg zur Auflösung begleitet.

Personen:

Achtung! Ab hier gilt absolute Spoilergefahr.

Natalie: Natalie ist die Freundin von Jimmy. Auch wenn man zu Beginn dachte, dass sie auf Leonard’s Seite sei, so muss man feststellen, dass diese sich nur an ihm Rächen will und seine Krankheit voll ausnutzt.

Jimmy Grants: Wurde von Leonard getötet und Leonard trägt nun dessen Kleidung, fährt sein Auto und besitzt ebenso die Hälfte von den 200.000$ im Kofferraum (Die andere Hälfte gehört Teddy).

Teddy: Oder auch John Edward Gammell ist der stetige Begleiter von Leonard und nutzt sein Zustand zu seinem Vorteil aus, doch eines Tages erfährt Leonard seinen richtigen Namen „John G.“ (Der Mörder seiner Frau hieß ebenfalls  John G.). Daraufhin erschießt er Teddy und fotografiert seine Leiche.

Dodd: Belästigte Natalie wegen des fehlenden Geldes von Jimmy. Leonard droht ihm, Natalie in Ruhe zulassen und bringt ihn schließlich dazu, die Stadt zu verlassen. Anscheinen sind Jimmy und Dodd Partner.

Sammy Jankis: Stammt aus Leonard’s früherem Leben. Sammy war ein Betrüger und hatte keine Frau. Leonard kannte ihn aus seinem Beruf als Versicherungsdetektiv.

Easter-Egg:

Wenn man sich den Film in umgekehrter Reihenfolge angesehen hat, sollte man sich gegebenenfalls Memento in chronologisch richtiger Reihenfolge ansehen, was wie folgt funktioniert: Im Hauptmenü muss man „Film starten“ markieren und mit den Pfeiltasten zweimal nach rechts klicken und mit Enter bestätigen, danach läuft der Film in der chronologisch richtigen Reihenfolge ab.

Interpretationsmöglichkeiten der Schlussszenen:

Achtung! Ab hier gilt erneut absolute Spoilergefahr.

Zu aller erst stellt man sich zwei Fragen, stimmt die Version von Teddy und wie wird Leonard fortfahren? Teddy hat Leonard die Wahrheit gesagt und der Vergewaltigter von seiner Frau, die den Vorfall überlebt hat, wurde bereits von Leonard getötet, doch er erinnert sich nicht daran. Teddy scheint wirklich ein Polizist zu sein, jedoch benutzt er Leonard als ausführende Gewalt und gibt ihm tagtäglich Hinweise zu einem Mann namens John Edward Gammell, wie er auch in den Szenen beschreibt: „Es gibt noch genügend John Edward Gammell’s zu töten.“ Damit hätten wir die Beziehung zwischen Teddy und Leonard geklärt, nun kommen wir zu Natalie. Leonard klaut den Jaguar und findet in der Tasche diesen Bierdeckel, wo drauf steht er solle Natalie treffen. Die Nachricht war eigentlich an Jimmy gerichtet, jedoch trägt Leonard nun seinen Anzug und demnach denkt er, die Nachricht sei an ihn adressiert. Als Leonard nun mit dem Jaguar vorfährt, ruft Natalie schon Jimmy, muss sich jedoch dann für die Verwechslung entschuldigen. Nathalie’s Freund wurde von Leonard ermordet, aber dieser wurde von ‘Teddy reingelegt, deshalb versucht Natalie durch Leonard an ihm Rache zu nehmen und lockt ihn auf eine falsche Spur, zudem versucht sie ihre Probleme mit der Drogenmafia zu beseitigen, denn Dodd ist ihr auf den Fersen, wegen des Geldes im Kofferraum aus dem Jaguar. Wie schon erwähnt hat Leonard’s Frau den Vorfall überlebt und Leonard erfand die Geschichte mit Sammy neu. Dafür gibt es einige Indizien, denn wenn man genauer hinsieht, erkennt man in der 86. Minute, dass nicht Sammy auf dem Stuhl sitzt, sondern Leonard. Ein weiterer Beweis für Teddy’s Geschichte ist, dass Leonard seiner Frau eine Insulinspritze verabreicht, anstatt sie zu pitzen. Der Rest lässt sich nun leicht auf die Geschichte von Sammy Jenkins anwenden und Leonard ist nun ununterbrochen auf Rache aus. Dennoch sprechen einige Argumente gegen diese Interpretation, denn Leonard verfügt immer noch über ein Langzeitgedächtnis, demnach hätte er wissen müssen, dass seine Frau Zuckerkrank ist. Aber hier bleibt auch Raum offen, denn Leonard bestätigt mehrmals, dass man durch Routine und wiederholtes Anwenden etwas neu erlernen könne, trotz des Zustandes. Dadurch, dass er die Geschichte mit Sammy jedem erzählt hat und er täglich durch sein Tattoo erinnert wurde, glaubt er nun selbst diese Geschichte.

Filmfazit:

Memento ist kein Film für zwischendurch. Der Streifen benötigt volle Konzentration und danach einige Zeit, alles zu verdauen. Wer bereits The Prestige und The Illusionist mochte, wird Memento ebenfalls mögen.

Filmtrailer:

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