Superman Returns (2006)

Superman Returns

Filmbeschreibung:

Braucht die Welt Helden? Fünf Jahre lang kam die die Menschheit ohne den größten lebenden Superhelden aller Zeiten aus. Superman hatte den blauen Planeten verlassen, war „nach Hause“ geflogen und sichtete die Überreste seiner Heimatwelt Krypton. Die Erkenntnis: Er ist tatsächlich der einzige Überlende der damaligen Katastrophe. Fünf Jahre war er also fort, doch nun kehrt er auf die Erde zurück und versucht erneut seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Doch die Gesellschaft hat Superman überlebt, sie glauben, er sei tot. Als Clark Kent, seiner bürgerlichen Identität, versucht sich der Mann aus Stahl wieder als Reporter und Journalist – und versucht gleichzeitig seiner großen Liebe Louis Lane wieder näherzukommen. Doch Louis ist mittlerweile verheiratet und hat einen Sohn. Außerdem verfasste sie den Artikel „Warum die Welt Superman nicht braucht“, für den sie den Pulitzer-Preis erhalten soll. Ein Schock für Clark Kent. Doch als ein Flugzeug abzustürzen droht, schlägt erneut seine große Stunde. Superman rettet die Insassen und wird erneut als Held gefeiert. Doch eine weitaus größere Bedrohung wartet nur darauf zuzuschlagen. Supermans Nemesis Lex Luthor möchte eine Welt, bestehend aus Kryptonit erschaffen und sich selbst zum Herrscher krönen. Die Welt braucht also tatsächlich einen Helden, aber kann Superman alleine gegen Luthor bestehen? Zum Trailer

Filmkritik:

Superman Returns hatte im Jahre 2006 einen schweren Stand, denn nur ein knappes Jahr zuvor stand Batmans Rückkehr auf die große Leinwand an. Christopher Nolans Batman Begins läutete gemeinsam mit den X-Men-Filmen eine neue Ära des Superhelden-Films ein. Die Charaktere wurden realer, das Setting düsterer, die Themen ernster. Bryan Singer, der vor Superman Returns X-Men und X-Men 2 inszenierte, hatte die schwere Aufgabe einen der unrealistischsten Superhelden aller Zeiten, den unsterblichen Mann aus Stahl, der fliegen, Röntgenstrahlen schießen, unfassbar stark und unendlich gut ist, auf die Leinwand zu bringen – zu einem Publikum, welches gerade um 2006 mehr „echte“, verletzliche Helden sehen wollte. Diesen Erwartungen zum Trotz inszenierte Singer mit Superman Returns einen Superhelden-Film, der klassischer nicht sein konnte – und deswegen floppte der Streifen auch; sowohl beim Publikum, als auch bei den Kritikern. Nicht nur die „neuen“ Superhelden-Filme waren Schuld an einer enormen Erwartungshaltung. Auch die Tatsache, dass seit dem letzten Superman-Film, Superman IV – Die Welt am Abgrund, rund 20 Jahre vergangenen waren, heizte den Hype enorm an. Zwischenzeitlich gab es Überlegungen, dass Tim Burton den Streifen inszenieren sollte, dann sollte Nicolas Cage in den Anzug Supermans schlüpfen. Nichts davon bewahrheitete sich letztlich. Einen unbekannteren Hauptcharakter als Brandon Routh hätte Singer dann wohl auch nicht finden können. Bezeichnend, dass seine Rolle als Superman zugleich seine letzte von Bedeutung war – obwohl er noch als grundsympathischer „Evil Ex“ in Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt auftritt. Nein, Routh macht seine Sache als becapter Heros eigentlich gar nicht mal schlecht, vielen war und ist er aber wohl zu sehr das Milchgesicht. Aber auch dies liegt wohl an der Trendwende des Genres: Superman sieht in Superman Returns halt aus, wie in Superman I: Schmalzlocke, blauer Strampler, rotes Cape… lächerlich und einfach unpassend, ja unwirklich, in Zeiten in denen der dunkle Ritter sich sein Kostüm aus Armeebeständen zusammenbastelt.

Filme-Blog Wertung: 6/10

Die Story von Superman Returns versucht gerade im ersten Drittel mit den neuen Konventionen Schritt zu halten. Superman muss erst wieder lernen wo sein Platz ist. Er muss erkennen, dass die Welt während seiner Abwesenheit nicht auf ihn gewartet, sondern ihn sogar vergessen zu haben scheint. Die Frage, ob die Welt einen Helden wie ihn braucht, würde als Grundbau genügen, um einen durchaus ansprechenden und anspruchsvollen Film daraus zu basteln; siehe Watchmen – Die Wächter – oder eben The Dark Knight. Doch Superman Returns verliert diese existenzielle Frage viel zu schnell aus den Augen. Schnell ein Passagierflugzeug gerettet und schon liegt die Welt dem Helden wieder zu Füßen – jetzt gilt es nur noch die alte Liebesbeziehung zu kitten und den Superschurken zu erledigen. Die Geschichte wird so zunehmend märchenhaft und kann ihren comichaften, leicht naiven Ursprung nicht verleugnen. Gerade auch, weil Vilain Lex Luthor zu karikaturhaft rüberkommt. Kevin Spacey ist ein wunderbarer Schauspieler, keine Frage, doch als Luthor fehlt ihm einerseits das gewisse dämonische Etwas, als auch eine wirkliche Tendenz zur Bedrohung. Gerade einen Charakter wie Luthor, der ja nun mit keinen Superkräften ausgestattet ist, hätte man leicht in ein pseudo-realistisches Szenario verfrachten können. Singer hat diese Chance leider verpasst. Bleibt abzuwarten, ob Christopher Nolan und Zack Snyder mit Man of Steel in eine realere Richtung gehen. Die ersten Trailer deuten bereits darauf hin; die vor kurzem vorgestellten Charaktere ebenfalls.

Filmfazit:

Superman Returns kam einfach zu spät. Wäre der Streifen um den Mann aus Stahl vier, fünf Jahre eher erschienen, die Comicfans rund um den Globus hätten Bryan Singers Film als Meisterwerk abgefeiert. Nach der Rückkehr des dunklen Ritters war die Interpretation des Mannes im blauen Strampler und mit rotem Cape dann aber doch nicht mehr zeitgemäß.

Filmtrailer:

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2 Gedanken zu “Superman Returns (2006)

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