Filmkritik: Super 8 (2011)

Super 8

Filmbeschreibung:

Wir schreiben das Jahr 1979. Der junge Joe Lamb entschließt sich seinem Freund Charles dabei zu helfen einen eigenen Film zu drehen. Einige Freunde von Charles sind ebenfalls an dem Projekt beteiligt und auch der Drehort steht bereits fest – Ein kleiner Bahnhof. Doch als die kleine Gruppe damit beginnt eine Szene des Films abzudrehen, passiert das Unglaubliche. Ein Zug nähert sich, ein Auto fährt auf die Bahnschienen und nähert sich dem Zug, ein Zusammenstoß, Trümmerteile fliegen durch die Luft und überall gibt es Explosionen. Nur kurze Zeit später nähert sich eine kleine Armee von Mitgliedern der Regierung dem Unglücksort und die Jugendlichen suchen das Weite. Doch mit welcher Begegnung sie zu diesem Zeitpunkt konfrontiert wurden konnten sie beim besten Willen nicht ahnen und noch etwas erscheint dem Vater von Joe – einem Officer – sehr suspekt, denn die Soldaten geben keinerlei Informationen über die Fracht des Zuges heraus. Doch schon bald soll jeder Betroffene seine ganz eigene Begegnung mit eben dieser machen und das keineswegs ungestraft. Zum Trailer

Filmkritik:

Viel Wirbel gab es bereits Monate vor dem Release von dem neuen Spielberg/Abrams Streifen Super 8 und wohl die Frage schlechthin, nachdem man bereits hunderte Trailer und TV Spots zu Super 8 gesehen hatte, dürfte wohl immer die selbe gewesen sein: Was ist das Monster in Super 8? Und genau mit dieser Frage steigen wir an dieser Stelle auch in die Kritik zu Super 8 ein. Natürlich werde ich an dieser Stelle nicht verraten, um was für ein Wesen es sich bei dem Monster handelt, dennoch muss ich jedoch ganz klar dazu sagen, dass der gigantische Hype um dieses Mammutprojekt bei den meisten Betrachter für eine kleine Enttäuschung sorgen dürfte, wenn man später erkennt: Oh, das Monster war aber in Super 8 nur wirklich selten zu sehen. Ja, tatsächlich wird anfangs in jeder Szene immer und immer wieder beispielsweise geschickt ein Schild oder sonstiges in den Weg gestellt, um das Monster weiterhin vor den Augen des Zuschauers zu verbergen. Streiten kann man sich in Super 8 sicher auch darüber, ob es sich bei dem Monster um ein einfallsreiches Wesen handelt, denn meiner Meinung nach ist dies absolut nicht der Fall und in den ein bis zwei  Szenen, in denen man das Monster dann einmal voll zu sehen bekommt, kommt dieses fast schon etwas langweilig herüber, wenn man bedenkt, was für ein riesen Wirbel um Super 8 gemacht wurde und das sich das Interesse der Zuschauer nahezu vollständig auf das mysteriöse Wesen im Film spezialisiert hat. Was allerdings absolut gerechtfertigt ist, dürfte wohl der gigantische Hype um den Rest des Filmes sein, denn die Story ist mitreißend, spannend und unterhaltsam und das bereits nach wenigen Minuten von Super 8. Auch die ziemlich neuartige Idee den Fokus der Erzählperspektive lediglich auf die Kinder zu legen schadet Super 8 nicht. Nein, ganz im Gegenteil. Auch wenn ich anfangs wirklich skeptisch war, was diese Idee betrifft, muss ich im Nachhinein gestehen, dass die Nachwuchstalente ihre Arbeit wirklich gut machen und besonders die kleine Side-Lovestory zwischen Joe und Alice die Beiden sehr sympathisch macht und somit das plötzliche Verschwinden von Alice – Nein, ich habe euch nicht gespoilert –  umso tragischer erscheint und dem Film für die Zeit ihres Fortbleibens einen wichtigen Bestandteil entreißt. Dennoch schafft es Super 8 den Betrachter über die lange Laufzeit von ganzen 112 Minuten für sich zu gewinnen und eine Geschichte zu erzählen, welche sowohl berührend als auch als durchaus tiefgründig zu bezeichnen sein kann, denn hier geht es um weit mehr, als um eine unbekannte Lebensform, welche auf Rache aus ist. Super 8 beschäftigt sich sowohl mit der in Frage stellen des menschlichen Charakters, als auch mit den unmenschlichen Vorgehensweisen der Regierung. Doch nicht nur storytechnisch ist in Super 8 soweit alles in Ordnung, auch die Atmosphäre wurde an sehr vielen Stellen unglaublich überzeugend in Szene gesetzt und überzeugt den Betrachter von Super 8 auf ganzer Linie. Besonders das Zugunglück zu Beginn des Films sollte sicher einer der Szenen in Super 8 sein, welche den Film noch lange in den Erinnerungen der Betrachter bleiben lässt. Einziges wirkliches Manko ist meiner Meinung nach fast ausschließlich das Ende von Super 8, denn dieses erscheint fast schon etwas lieblos auf die Leinwand geklatscht, um den Film möglichst schnell abrupt enden zu lassen und nicht noch um eine deutlich höhere Überlänge zu erweitern. Doch in einem kurzen Zwischenfazit kann man Super 8 in vielerlei Hinsicht durchaus als gelungen bezeichnen, auch wenn sich der Film mit den unzähligen TV Spots im Voraus vielleicht doch etwas den Wind aus den Segeln genommen hat.

Filme-Blog Wertung: 8/10

Mit wenig Mühe verdient sich Super 8 seine 8 Sterne Wertung. Sowohl eine spannende Story, als auch die gut umgesetzte Atmosphäre mit passender musikalischer Begleitung, sowie gut ausgesuchte und ebenso hervorragend agierende Darsteller machen Super 8 zu einem Sci-Fi Thriller, welcher vermutlich noch lange in Erinnerung bleiben wird und das nicht zuletzt auch durch das manipulative einbrennen der vielen Trailer und TV Spots vor dem eigentlichen Release des Films. Viel zu kritisieren gibt es hier nicht. Lediglich den meinerseits großen Erwartungen an das Monster wird der Film nicht ganz gerecht und auch das Ende erscheint etwas zu abrupt. Dann wäre da noch die kleine Lovestory zwischen Joe & Alice, von der an eigentlich eine weitaus tiefer gehende Entwicklung im Verlauf von Super 8 erwartet, was leider nach dem Verschwinden von Alice nicht mehr wirklich der Fall ist. Dennoch ein wirklich gelungener Streifen, der sicher noch einiges mehr in die Kinokassen spülen dürfte, als er es bereits getan hat. Als Schlusswort also noch die kleine Anmerkung meinerseits das sich Super 8 schon eher im oberen Bereich der acht Sterne Wertung ansiedelt und seinem Genre wirklich alle Ehre macht. FSK 12?! Geschmackssache!

Info:

Dran bleiben lohnt sich, denn im Abspann von Super 8 ist der selbstgedrehte Super 8 Film der Freunde zu sehen, welcher um zusätzliche Szenen ergänzt wurde.

Filmfazit:

Nicht nur für Genre Fans stellt Super 8 einen sehr gelungenen und auch innovativen Vertreter im Sci-Fi Metier da. Klare Empfehlung meinerseits und auch ein Muss für alle Fans von Abrams und Spielberg zugleich.

Filmtrailer:

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8 Gedanken zu “Filmkritik: Super 8 (2011)

  1. Schöne Kritik! …und ich habe den Streifen immer noch nicht gesehen…
    Was die Kids schon sympathisch macht, ist ja dass sie einen kleinen, billigen Zombiestreifen drehen :)

  2. Liebe Leute.
    Ich bitte schon jetzt alle Spielberg-Fans um Entschuldigung.

    Genau wie Ihr mag ich Spielbergs Arbeit und habe schon erstaunliche Stunden mit seinen Filmen verbracht. Die Indiana-Jones-Filme waren einfach immer hammermäßig und auch mit Schindlers Liste mache ich mir gelegentlich noch einen guten Abend, falls ich in der entsprechenden Stimmung bin.

    Doch von der Science-Fiction sollte Stephen Spielberg besser die Finger lassen, meiner Meinung nach. Und mit E. T. fing alles an…
    Den Film habe ich noch nie gemocht, außer vielleicht, dass es damals etwas Neues war. Den kitschigen Zuckerguss habe ich mir angetan, einfach um zu wissen, wie die Geschichte ausgeht.

    Knapp 30 Jahre später noch einmal so einen Kitsch zu fabrizieren – mit Super 8 – finde ich schon sehr gewagt. Bei so einem Regie-Monument hätte ich mehr erwartet. Doch kommt Spielberg hier nicht einmal an E. T. heran (den ich schon schlecht fand). Insofern eine armselige Inszenierung eines grandiosen Regisseurs.

    Zur Begründung:
    Die Geschichte aus der Sicht von Kindern zu erzählen, mag vielleicht in Stand by Me von Stephen King funktioniert haben, aber die Idee, es in Super 8 ebenso zu versuchen, scheitert kläglich. Bis auf den Pyromanen (der war toll) konnte mich keines der Kinder überzeugen.
    Auch die “Liebesgeschichte” ist für mich sehr weit hergeholt.

    Und das Alien ist ja wohl das Allerletzte!
    Zum einen sieht man es kaum, was für mich das größte Manko ist (man kann eben auf einen Giger nicht verzichten, wenn man gute Filme machen will), zum anderen hat es mit seinem Nachhausefahrwillen schon wieder den kitschigen E. T. – Touch bekommen. Sehr schade.

    Was mir auch noch aufgefallen ist:
    Der “Klamauk” um das Abbrennen der Stadt ist nicht ganz nachvollziehbar. Da wird eine Art Action fabriziert, die eigentlich keine ist, weil völlig sinnlos. Weshalb brennt und explodiert in der Stadt eigentlich aller paar Minuten etwas? Die Verursacher werden mir nicht ganz klar und ich frage mich jedesmal, wer verdammt denn jetzt schon wieder ein Feuer gelegt hat.

    Fazit:
    Ein für mich sehr, sehr enttäuschender Film von Stephen Spielberg.
    Ca. eine Stunde habe ich durchgehalten, doch danach habe ich nur noch vorgespult und vorgespult, um den Film dann endgültig aus zu machen, ohne überhaupt wissen zu wollen, wie er endet. (Kann ich mir ja im wikipedia durchlesen, ohne meine Zeit mit dem Film zu verschwenden.)

    Wie schon erwähnt, ich mag Spielberg-Filme. Aber von Science-Fiction sollte er die Finger lassen.

    Liebe Grüße.
    Amanita

    • Hallo Amanita,

      zuerst einmal Danke für dein Feedback… Bei der ganzen Geschichte rund um das Alien kann ich dir nur zustimmen, dennoch muss ich aber auch sagen, dass ich mir diesen Streifen nicht mir Erwachsenen in den Hauptrollen hätte vorstellen können, da es gerade das kindliche Feeling ist, was die Ansprüche an diesen Sci-Fi Streifen enorm herunterschraubt und ihn so für viele deutlich erträglicher macht, weil man einfach völlig auf die Kinder fixiert ist und über viele Mankos hinwegsehen kann… Spielberg überdeckt also eigentlich ganz geschickt, dass er eigentlich in diesem Genre nicht viel zu bieten hat…Des Weiteren ist es natürlich der enorme Push der Medien gewesen, welcher den Film auf der Skala fast von ganz alleine um 1-2 Sterne nach oben drückt… Meine ganz subjektive Meinung über Super 8 ist jetzt auch nicht die allerbeste wenn ich ehrlich bin, aber versucht man die einzelnen Aspekte des Films zu beachten kann man sich sicher schon über 6-7 Sterne unterhalten.

  3. Danke Simon Ulm. (das musste mal gesagt werden).

    “Spielberg überdeckt also eigentlich ganz geschickt, dass er eigentlich in diesem Genre nicht viel zu bieten hat…”

    So drastisch hätte ich es nun nicht formuliert, weil mir Spielberg aus anderen Filmen sehr positiv in Erinnerung ist.
    Aber Super 8 ist echt der letzte Mist.
    Das Gedonner, während die Stadt verbrennt, hat eigentlich keinen Sinn und Verstand. Oder gibt es da eine Erklärung?

    • Bitte Bitte,

      ja an das Gedonner erinnere ich mich auch noch ganz wage, aber eine wirklich logische Erklärung für selbiges hat sich mir meines Wissens nach ebenfalls damals nicht erschlossen, wie auch vieles anderes wie bspw. die sich ständig wiederholenden Explosionen in der Stadt…

      lg. Simon

  4. ein eher durchschnittlich langweiliger streifen… wenn doch wenigstens action, oder wenn nicht action, dann doch ein kleiner gruselfaktor, aber nicht einmal das – gar nichts, der film überzeugt einfach nicht
    es waren eher mühselige knappe oder eher gefühlte 2 stunden, dabei war der trailer doch so vielversprechend – da bin ich doch glatt drauf reingefallen
    das schauspielerische talent lässt auf sich warten, die story eines ausgebrochenen übermächtigen aliens, das nach hause will ist solala und logik scheint da irgendwo zwischen verloren gegangen sein
    ehrlich gesagt wüsste ich nicht, an welcher stelle dieser film punkten kann – naja, vielleicht, dass es noch schlimmere filme gibt

    insgesamt ein echt enttäuschender film, der meiner meinung nach alles andere als empfehlenswert ist, weshalb ich diese positive wertung nicht teilen kann

    persönliche wertung: (mit mühe und not) 5/10

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