Redacted (2009)

redacted

Filmbeschreibung:

Die Alpha Company ist ein militärischer US-Punkt im Irak. Mit unter den Soldaten ist auch Angel Salazar, der alles mit seiner Videokamera filmt und dokumentiert. Die Hauptaufgabe der Soldaten besteht darin, einen Kontrollpunkt zu bewachen und verdächtige Passanten zu überprüfen und danach auf Sprengsätze und andere Waffen zu durchsuchen. Nachdem die Truppe ein Haus stürmte und dabei einen Mann in Gewahrsam nahm, kommen später einige der Soldaten während einer feucht fröhlichen Pokerrunde auf die Idee, noch einmal in das Haus zu gehen, um die Frauen dort zu vergewaltigen. McCoy ist mit von der Partie, aber nicht, um dieses Vergehen zu unterstützen, sondern um die betrunkenen Soldaten von dieser Idee abzuhalten, doch er ist machtlos und es kommt, wie es kommen musste. Zum Trailer

Filmkritik:

Was ist Redacted überhaupt? Was soll dieser Film aussagen? Ersteres lässt sich leicht erklären, Redacted (zu deutsch „zensiert“) ist ein Film, der sich um Krieg im Irak dreht. Letztere Frage hingegen lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Regisseur Brian De Palma gibt leider nicht genügend klaren Aufschluss über die Botschaft, die der Film vermitteln soll bzw. will. Auf der einen Seite kritisiert er stark den Krieg und die Terroristen, aber auf der anderen Seite lässt er die US-Soldaten schlecht dastehen, wieder eine andere Seite zweifelt an der Moral der US-Regierung. Bei so viel Kritik bleibt die Frage, auf welcher Seite steht denn jetzt nun der Film und was möchte er uns mit dieser Kritik mitteilen? Lassen wir diese Tatsache nun erst einmal außen vor, schließlich gibt es noch weitere Dinge bezüglich des Streifens. In Redacted kommt nämlich die Egocam-Perspektive zum Einsatz, die ich vor allem aus dem Grund sehr schätze, da sie das Gefühl von Echtheit vermittelt, wie man leider weiter unten in der Info lesen kann. Doch die Egocam-Perspektive wird nur teils eingesetzt, oftmals wechseln sich die Kameras ab, was bei mir eine sehr verstörende Wirkung hatte. Zwar wird hier realitätsnah auf einige Überwachungskameras umgeschwenkt, aber oftmals findet man sich in einer völlig fremden Perspektive wieder. Obwohl die Laufzeit von ca. 90 Minuten eigentlich im Durchschnitt liegt, zieht sich Redacted an manchen Stellen wie Kaugummi. Immer und immer wieder die selben Dialoge und im Prinzip ist nichts passiert, außer die Vergewaltigung. Und da wären wir auch wieder bei dem Problem von Redacted, denn was möchte der Film uns letztlich sagen? Etwa das Krieg schlecht ist, oder das die US-Soldaten im Irak nicht gebraucht werden?  Oder das das Vorgehen der Rebellen bzw. Terroristen barbarisch und unmoralisch ist? Ich denke einfach, dass der Film zeigen soll, wie unsinnig (der) Krieg ist. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich wesentliche Punkte im Film übersehen habe, doch mir ist meine Zeit ebenfalls zu schade, den Film ein zweites mal zu sehen, da er mir erstens, wie ein Dokumentarfilm vorkam und zweitens ich absolut kein Fan von solchen Filmen bin. Klar, man darf Redacted nicht mit Filmen, wie Jarhead, oder Enemy at the Gates vergleichen, aber wenn es ein Film über Krieg sein muss, dann gehört Redacted ganz sicher nicht zu meinen Favoriten.

Filme-Blog Wertung: 4/10

Redacted fehlt es meines Erachtens völlig an Schwung, auch die Darsteller können überhaupt nicht überzeugen und Gefühle bzw. das Mitgefühl für die Opfer kommt ebenfalls nicht auf, was aber vermutlich an den Darstellern selbst liegt. Einerseits ist Redacted sehr informativ, aber andererseits zieht er sich wie Gummi und war absolut nicht mein Fall. Wenn ich positive Dinge von Redacted nennen müsste, fielen mir nur die gelungenen Bilder ein, die wirklich ein Gefühl von Echtheit geben. Doch vor einer weniger durchschnittlichen Wertung kann dies auch nicht schützen. Vier von zehn Sternchen für einen Film, der mich persönlich nicht ansprach.

Info:

Als ein islamischer Attentäter einige Ausschnitte aus Redacted sah, ermordete er zwei US-Soldaten auf dem Frankfurter Flughafen am 2. März 2011. Der Attentäter wusste nicht, dass es sich bei dem Material um einen Film handelte.

Filmfazit:

Redacted zieht sich mehr als Kaugummi und ist eher eine Mischung aus Dokumentarfilm und Spielfilm. Jedoch spielt sich das Geschehen höchst realistisch ab und das ganze auf höchstem Niveau. Anhänger der Egocam-Perspektive werden hier ebenfalls ein wenig besänftigt, jedoch sollten Fans von Filmen, wie Enemy at the Gates einen großen Bogen um Redacted machen.

Filmtrailer:

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