Youth in Revolt (2013)

Youth In Revolt

Filmbeschreibung:

Nick Twisp ist 16, Teenager, und steckt mitten in der Pubertät. Seine Familienverhältnisse sind leicht kompliziert, denn seine Eltern sind getrennt und seine Mutter macht sich an einen Kerl nach dem anderen ran, um sich ein bisschen Spaß im Leben zu genehmigen. Finanziell geht es der Familie mehr als schlecht und Nick ist bei weitem nicht gerade der Kerl, den man als Frauenschwarm oder Aufreißer schlechthin bezeichnen kann, doch er hat einen Traum.Nick will endlich sein erstes Mal haben und keine Jungfrau mehr sein. Seine Gespräche mit fremden Mädchen allerdings verlaufen immer auf die selbe Weise. Nick spricht sie an und wird doch letzten Endes wieder abgewiesen. Doch alles läuft dieses Mal anders, als Nick Twisp die heiße Sheeni Saunders bei einem Campingtrip  mit seiner Mutter und ihrem derzeitigen Lebensgefährten kennenlernt. Die beiden verlieben sich sofort ineinander, doch am Ende des Campingausflugs heißt es Abschied nehmen für das junge Pärchen und Nick wird noch dazu mit diversen Komplikationen konfrontiert, denn er ist nicht der einzige Verehrer der attraktiven Sheeni. Für ihn steht eines allerdings fest, er muss seine große Liebe unbedingt bald wiedersehen. Zum Trailer

Filmkritik:

Da erwartet man eine ganz normale 08/15 Liebesgeschichte eines noch sehr jungen Pärchens und bekommt bereits in den ersten Minuten von Youth in Revolt weitaus mehr geboten. Der Independent Film hat einige talentierte Schauspieler zu bieten, allen voran meiner Meinung nach die junge Sheeni, die in Youth in Revolt von Portia Doubleday verkörpert wird, spielt ihre Rolle der verführerischen Teenagerin ziemlich überzeugend und man kann die junge Dame anfänglich nur sehr schwer einschätzen, was ihren Charakter umso interessanter gestaltet. Etwas weniger interessant und deutlich eher am jugendlichen Stereotypen orientiert, ist dagegen Michael Cera (Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt, Juno) in der Rolle des pubertierenden Nic Twisp. Wer von uns kennt nicht dieses Gefühl, endlich so sein zu wollen wie alle anderen, die von ihrem genialen ersten Mal erzählen und sich über alle möglichen interessanten Details austauschen. Doch Youth in Revolt fokussiert nicht nur die Junge Liebe und schildert ihre anfangs noch so rasch voranschreitende und später fast einschläfernde Entwicklung, sondern gibt auch Aufschluss über all die ungeahnten Probleme und Folgen, die eine Beziehung zweier pubertierender und verliebter Teenies mit sich bringen kann. Die Distanz zwischen den beiden ist nicht nur rein physikalisch extrem groß, sondern aufgrund ihrer verschiedenen Vorlieben auch geistig nur schwer zu überwinden. Veränderung muss her und diese spiegelt sich nicht nur in Nics altem Ego Francois wider, sondern vielmehr noch in dem ständigen Hinzukommen neuer Sachverhalte und dem Auftreten zahlreicher Nebencharaktere. Zach Galifianakis (Stichtag, Die Muppets, Love Vegas, Hangover, Hangover 2, Der gestiefelte Kater, Operation: Endgame, Heartbreakers), der für mich einer der Hauptgründe gewesen ist, mir den Streifen überhaupt anzuschauen, enttäuscht in Youth in Revolt leider auf ganzer Linie und sieht neben der schauspielerischen Leistung der beiden Jungdarsteller ziemlich blass aus, solange man ihn überhaupt einmal zu sehen bekommt. Das Ende lässt sich zwar bereits nach den ersten Minuten von Youth in Revolt erahnen, doch immerhin hat man sich die Mühe gegeben einen etwas anderen Weg bis dahin einzuschlagen und den Betrachter mit ein paar netten Dialogen und unvorhergesehenen Wendungen bei Laune zu halten. Besonders die Verwüstung der Stadt durch eine ganz ansehnliche Kettenreaktion des Unglücks, die ständigen Bettgeschichten von Nics Mutter und das Drogenfiasko gegen Ende sind wohl am Ehesten Gründe, sich den Streifen einmal anzusehen. Die Gefühle für die Charaktere halten sich in Youth in Revolt allerdings eher in Grenzen und wirkliche Sympathie seitens der Zuschauer kann der pubertierende Nick stellenweise nur spärlich erzeugen.

Filme-Blog Wertung: 7/10

Youth in Revolt steht genau zwischen sechs und sieben Sternen. Daher muss wohl der subjektive Ersteindruck entscheiden und der fällt im Falle von Youth in Revolt deutlich positiver aus, als der restliche Verlauf der Handlung. Ein paar nette Wendungen sind drin, die Charaktere halten den Film über weite Strecken am Laufen und ein paar Gags lassen sich durchaus erkennen. Große Lacher allerdings bleiben besonders nach der Hälfte von Youth in Revolt weitestgehend aus und der Film beginnt sich mehr und mehr in die Länge zu ziehen, nachdem im Rhythmus von etwa zehn Minuten immer wieder neue Charaktere auf der Bildfläche erscheinen, die teilweise einfach nach ein paar Szenen wieder das Weite suchen, zum Anderen aber auch bis zum Ende des Films erhalten bleiben und diesen immerhin ein wenig mit ihrer Anwesenheit ausschmücken. Ein bisschen Indie-Musik und eine nette Kulisse runden das bereits erwähnte Geschehen weitestgehend ab und somit gibt es gerade noch so die leicht überdurchschnittlichen sieben Liebessterne für Youth in Revolt.

Info:

Youth in Revolt stellt die filmische Umsetzung des gleichnamigen Romans von C. D. Payne dar und adaptiert die ersten drei Bände des Romans.

Filmfazit:

Ein Independent Film, der sich endlich wieder von der breiten Masse der 08/15 Teenie-Liebesschnulzen abhebt und mit einem überzeugenden Cast glänzen kann. An einem weniger unterhaltsamen Nachmittag ist Youth in Revolt durchaus einen Blick wert.

Filmtrailer:

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2 Gedanken zu “Youth in Revolt (2013)

  1. die story klang zuerst recht ansprechend, erinnerte mich stark an “scott pilgrim gegen den rest der welt”, was letztlich nur oberflächlich gleich war (immerhin selber schauspieler) – “youth in revolt” ist aber bei weitem nicht so witzig und aufmerksam-auf-sich-ziehend
    betrachtet man die story dann noch genauer, so wirkt dann auch größtenteils absurd, immerhin zeigt sie wunderbar den zeitgeist der degenerierenden gesellschaft, in der alles nur mittel zum eigenzweck dient
    auch wurden da klassische klischees bedient und natürlich auf übelste weise ausgenutzt, soll ja immerhin “witzig” sein oder so
    was mir jedoch gefiel, war die nüchternde art von nick – michael cera konnte introvertierte, willenstarkslose figur von nick twisp wunderbar verkörpern und darstellen

    insgesamt wurde ich dabei doch sehr enttäuscht, ich hatte doch tatsächlich die trügerische erwartung, dass dieser film zumindest ansatzweise an der qualität von scott pilrgrim heranreicht – tja, war wohl nix

    persönliche bewertung: 4-5/10

    • Hi Hiroaki,

      Youth in Revolt ist nun mal eben kein Must-See und meiner Meinung nach auch nur sehr schwer mit Scott Pilgrim gleichzusetzen… Hab dem Streifen zwar nur ein bis zwei Sterne weniger als seinem vermeintlichen großen Bruder gegeben, die Unterschiede sind aber dennoch nicht von der Hand zu weisen. Ebenso verhält es sich natürlich mit den Mängeln, von denen Youth in Revolt aber dank der überdurchschnittlich guten Besetzung der Hauptcharaktere und einer ebenso schön anzusehenden Kulisse nicht allzu viele vorzuweisen hat. Die Witze sind natürlich Geschmackssache und ich fand auch, dass wirkliche Brüller nun wirklich nicht gegeben waren. Unterhaltsam war das Teil trotzdem und die Laufzeit von gerade einmal 86 Minuten geht wirklich ziemlich schnell vorüber. 6-7 Sterne finde ich da wirklich noch okay ;) . Gibt Schlimmeres…

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