What A Trip Around Oz – Ein Abenteuer von Maximilian Semsch (2013)

Max Semsch - What a Trip

Filmbeschreibung:

Zu sagen, dass Maximilian Semsch gerne radelt, wäre eine enorme Untertreibung. Vergangenes Jahr war der Münchner mit zwei ebenfalls fahrradbegeisterten Freunden auf eine Radtour der etwas anderen Art gegangen. Während unsereins mal 20, 25 Kilometer Fahrrad fährt, wollte es Semsch wissen und brach auf Richtung Australien. Dort umrundeten er und seine Begleiter den kompletten Kontinent. 18.000 Kilometer verbrachten sie im Sattel ihrer E-Bikes. Semschs Dokumentarfilm What A Trip Around Oz stand am Ende der schier unglaublichen Radtour ihres Lebens. Zum Trailer

Filmkritik:

Die Radtouren des Münchners Maximilian Semsch sind schon als Extremsport zu bezeichnen. 2008 begann seine erste Radreise, die mehr einem Abenteuer gleichkommt. Innerhalb von 211 Tagen durchquerte er zehn Länder auf einer 13.500 Kilometer langen Reise, die ihn von München nach Singapur führte. Neben mehreren Platten entstand im Laufe der Reise Semschs erste Doku What a Trip – mit 15 km/h ans Ende der Welt, die mit dem Bayrischen Nachwuchsfilmpreis 2010 ausgezeichnet wurde. Die Idee zu etwas noch Größerem war geboren… Mit What A Trip Around Oz liegt dieses noch gewaltigere Dokument nun vor. Auf zwei DVDs mit einer Laufzeit von über fünf Stunden erzählt Semsch in Episodenform von seiner 18.000 Kilometer langen zweite Reise auf einem exotischen, gefährlichen und wunderschönem Kontinent. Semsch und seine Begleiter begannen ihren Trip Around Oz am 1. Januar 2012 in Melbourne. Vor dem Opera House starteten sie ihre Reise durch mehrere Zeit- und Klimazonen, entlang auf dem Highway 1, der rund um Australien führt. Um der Einsamkeit seiner ersten Tour zu entgehen, hatte sich der Bayer Verstärkung mit in den E-Bike-Sattel geholt. Neben seiner Lebensgefährtin Marion Fahl war auch ein professioneller Kameramann mit im Gepäck.

Filme-Blog Wertung: 8/10

Und dieser Kameramann fing einige wahrlich beeindruckende Bilder ein. Egal, ob endlose Wüstenlandschaften, strahlend blaues Meerwasser an der „Great Ocean Road“ Richtung Adelaide oder einfach nur die breiten Straßenzüge des Highways – man kann sich regelrecht in Semschs Lage versetzen, wie er diesen Kontinent ganz neu für sich entdeckte. Der australischen Natur wird ein großer Stellenwert in What A Trip Around Oz eingeräumt. Manche Szenen lassen den Zuschauer einen kompletten Tagesverlauf im Zeitraffer erleben, wieder andere verharren auf besonders eindrucksvollen Panoramen. What A Trip Around Oz vermittelt einerseits mit großen Weitwinkel-Panoramen die Weite und schiere Endlosigkeit Australiens, andererseits gibt es immer wieder auch Close-Ups auf die ganz kleinen Dinge am Wegesrand: Blumen, Sträucher, Tiere, alles erscheint unmittelbar und zum Greifen nahe. Besonders die Aufnahmen aus dem Great Barrier Reef oder dem Kakadu National Park beeindrucken mit ihrer Schönheit. Doch Semsch verschließt vor lauter Naturschönheit nicht die Augen vor den Menschen. Immer wieder lädt er Einheimische ein, ihn ein Stück zu begleiten – und auch hier ist die Kamera hautnah dabei, wenn die Australier aus Bewunderung vor Semschs Leistung ungläubig die Augen aufreißen oder ordentlich in die Pedale strampeln um gemeinsam mit dem Radnomaden zu fahren. „Das Reisen lebt von Überraschungen“, meinte der Anfang 30-jährige Radfahrer im Vorfeld seiner Tour in einem Interview. Man könne nicht alles planen und so blendet What A Trip Around Oz auch nicht aus, wenn es mal nicht so gut läuft: Wenn es scheinbar tagelang am Stück regnet, der Gegenwind den endlosen Highway zur Tortur werden lässt oder wenn sich das sportliche Experiment auch als soziales herausstellt. Aufgrund der Tatsache, dass Semschs Fortbewegungsmittel kein „normales“ Fahrrad, sondern ein E-Bike ist, ist What A Trip Around Oz auch ein Statement für alternative Fortbewegungsmittel und das Weiterforschen an neuen Energien. Semsch verschließt auch nicht die Augen vor sich selbst: Wenn man ein halbes Jahr im Sattel unterwegs ist, dann ist man eben nicht immer frisch rasiert und „kamerafertig“ – Semsch ist trotzdem immer voll da und für den Zuschauer präsent und genau darin liegt die große Stärke von What A Trip Around Oz. Der Zuschauer sitzt regelrecht mit im Sattel, wenn Semsch einmal um den Kontinent am anderen Ende der Welt radelt.

Filmfazit:

Einmal um Australien radeln – was sich für viele unglaublich anhört, hat Maximilian Semsch auf einer halbjährigen Tour getan. Mittels der Dokumentation What A Trip Around Oz kann man den Münchner begleiten und dabei neben viel Fahrradfachwissen auch einen Einblick in die exotische Natur Australiens gewinnen. Einige Abende sollte man für das Sehvergnügen allerdings schon einplanen: Mit über fünf Stunden Laufzeit ist What A Trip Around Oz ein zeitaufwendiges Projekt. Es sind allerdings fünf Stunden, die sich lohnen.

Filmtrailer:

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