Filmkritik: We Want Sex (2011)

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Filmbeschreibung:

Rita O’Grady ist eine Näherin für Autositze bei Ford in Dangenham. Die eher unpolitisch engagierte Ehefrau und Mutter von zwei Kindern steht jedoch plötzlich an der Spitze einer Gewerkschaft, mit dem Ziel: Gleiche Bezahlung für arbeitende Frauen. Die sonst so schüchterne und zurückhaltende Rita hat nur noch eines im Kopf, nämlich ihr Ziel erreichen. Doch währenddessen haben die 187 streikfreudigen Frauen auch noch ein Privat- bzw. Familienleben zu führen, welches dabei auf eine harte Probe gestellt wird, da es an finanziellen Mitteln fehlt, denn wie das im Streik so ist, hat dieser auch Konsequenzen. Dennoch planen sie gemeinsam mit Albert, dem Gewerkschaftsvertreter, den ersten Frauenstreik in der Geschichte Großbritanniens zu führen. Zum Trailer

Filmkritik:

Ich muss sagen, We Want Sex hat absolut nicht meinen Geschmack getroffen. Das größte Problem war wohl, dass ich blind – ohne mich vorher zu erkundigen – ins Kino ging und mich für We Want Sex entschied, der vom Titel her wie eine Komödie klang. Die Enttäuschung wurde spätestens in der Mitte klar, als ich mich fragte: „Wo bist du denn hier gelandet?“ Deshalb nehme ich eines vorweg: Lasst euch vom Titel nicht täuschen, denn dieser ist meiner Meinung nach absolut unpassend gewählt. Anhand des Titel konnte ich mir die FSK 6 Freigabe nicht erklären, doch auch dieses Thema erledigte sich während des Films – We Want Sex – von selbst, oder sollte ich lieber den Originaltitel nennen, der wesentlich trefflicher ist: „Made in Dagenham“. Meiner Meinung nach wäre man mit einem einheitlichen Titel besser gefahren. Der Hauptplot von We Want Sex ist der Konflikt, der durch die erschwerten und schlecht bezahlten Berufe der Frauen hervor ging. Daraufhin forderten die Frauen aus der Fertigung einer Ford-Stätte in Dagenham eine faire Bezahlung, welche gleiche Tarife aufweist, wie die der arbeitenden Männer, welche für den gleichen Job wesentlich mehr Gehalt erhielten. Einen kleinen Einblick in die familiären Verhältnisse und der sozialen Umgebung der Frauen erhält man jedoch auch. Gerade dieser Punkt ist wirklich gelungen, die Atmosphäre, welche einen richtig die 60er (Swinging Sixties) spüren lässt, was nicht nur an den grellen und bunten Farben der Frauenkleider liegt, sondern auch daran, wie die Menschen von damals nach dem Krieg dachten. Denn fast jeder war ein Kapitalist und hatte nur Geld im Kopf, daher war auch Keiner arbeitslos. Sally Hawkins als Rita O’Grady wohnt in einem grauen und hässlichen Wohnblock, wie wir es aus Vororten von Großstädten kennen. Auch dieser Punkt kommt in We Want Sex richtig zur Geltung, da Rita regelrecht von Oben herab angeschaut wird, da sie in einem der Sozialgebiete lebt. Doch damals scheint die Welt noch in Ordnung gewesen zu sein, wenn man diese mit der Heutigen vergleicht, sieht man einige verkorkste und skurrile Dinge, bei denen man nur den Kopf schüttelt. We Want Sex beinhaltet hauptsächlich Dialog und außer ein paar Streiks gibt es hier auch kaum Handlung und Bewegung. Dies mag nicht jeder und ich für meinen Geschmack hätte ich mir mehr Action in die Bewegung gewünscht und dabei hätte ein wenig mehr Gefühl auch nicht geschadet. Mehr Drama, was einen nicht los lässt, hätte ich mir ebenfalls gewünscht, doch ein wirkliches Drama sucht man hier vergebens. Um noch einmal explizit auf die Rolle der Frau einzugehen, die in We Want Sex den Hauptteil ausmacht, beginne ich mit den ersten Szenen, welche bereits klar machen, unter welchen harten Bedingungen die Frauen arbeiten müssen. Diese Näharbeiten klingen leichter, als sie sind, die Frauen müssen in einem heruntergekommenen Gebäude arbeiten, indem es immer zu heiß, oder zu kalt ist, oder es einfach durch regnet. Doch ohne die Frauen geht es nicht, da sie einen der wichtigsten Bestandteile der Autos herstellen. Die Frauen werden in We Want Sex als absolute Powerfrauen dargestellt, denn wie Bob Hoskins – als Albert – bereits im Film sagte: „Ich habe im Krieg gegen Rommel gekämpft, aber da hatte ich nie so viel Angst, wie vor den Frauen hier.“ Auch wenn diese zu Beginn eher schüchtern und schwach wirken, so machen alle Frauen eine drastische Wende und beginnen für ihr Recht zu kämpfen. Natürlich kommt in We Want Sex auch das männliche Geschlecht zum Vorschein, doch dieses wird als absolut schlecht – bis auf wenige Ausnahmen – dargestellt. Die Ausnahmen sind jedoch an einer Hand abzuzahlen und hauptsächlich werden die Männer als Anhänger des Kapitalismus dargestellt, die jegliche ethischen und moralischen Werte verloren haben, oder nie wirklich besaßen. Meine Meinung über We Want Sex ist eher negativ, vielleicht liegt dies auch daran, dass die Enttäuschung groß war, aber Hauptproblem ist, dass We Want Sex so gar nicht mein Fall ist und mich eigentlich über zwei Stunden lang gelangweilt hat. Ich würde mal sagen, dass We Want Sex auf jeden Fall etwas für die weiblichen Zuschauer ist und diese auch ihren Spaß am Film haben werden, aber unter den Männern wird sich nur ein Teil am Film erfreuen können.

Filme-Blog Wertung: 5/10

Wie erwähnt, hat We Want Sex meinen Geschmack absolut nicht getroffen, da im Film hauptsächlich nur geredet wird und die „Witze“ für mich nicht amüsant wirkten – liegt vielleicht am typisch britischem Humor, der sich zu Beginn in einer Sex-Szene wieder spiegelt, doch diese Szene zauberte lediglich ein kleines Schmunzeln auf meinem Gesicht. Daher langweilte mich We Want Sex über seine Laufzeit von zwei Stunden eher und deshalb gibt es von mir auch nur fünf von zehn Streikbanner, weil der Unterhaltungswert für mich hier nicht sonderlich groß war.

Info:

We want Sex beruht auf einer wahren Begebenheit und wahren Tatsachen. Dabei schildert der Film das Leben im kleinen Vorort Dagenham von London. Dangenham wurde stark von Ford geprägt (vergleichbar mit Volkswagen und Wolfsburg).

Der Originaltitel ist: „Made in Dagenham“. Meiner Meinung ist der deutsche Titel, bzw. der Titel für den deutschem Markt, eher unpassend gewählt, da er wie oben erwähnt wirklich zu Verwechselungen führt. Dieser Titel – We Want Sex – wurde von einem der Streikbanner mit der Aufschrift: „We Want Sex Equality!“ gewählt, was so viel bedeutet, wie: „Wir wollen Geschlechtergleichheit.“

Zitate:

„Ich habe im Krieg gegen Rommel gekämpft, aber da hatte ich nie so viel Angst, wie vor den Frauen hier.“ – Bob Hoskins als Albert Passingham

Fazit:

We Want Sex ist absolut nicht das, was man vom Titel vielleicht erwartet, der Film handelt nämlich vom ersten Frauenstreik in der Geschichte Großbritanniens. Ich möchte behaupten, dass man zumindest in diesen Film hinein schnuppern sollte, da er historisch Einiges zu bieten hat und dann ggf. zu entscheiden, ob We want Sex für einen geeignet ist, oder nicht.

Filmtrailer:

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