Filmkritik: Tanz der Teufel (1984)

tanz der teufel

Filmbeschreibung:

Ash und seine Freunde wollen vor dem Trubel der Stadt fliehen. Sie entscheiden sich für einen Wochenendurlaub in einer einsamen Waldhütte in Tennessee. Bei ihren ersten Erkundungen des knarzenden Gebäudes entdecken sie ein mysteriöses, altes Buch, das Necronomicon Ex-Mortis, sowie ein Tonbandgerät, welches seltsame Laute enthält. Diese Geräusche entpuppen sich als uralte Beschwörungsformeln. Als einer der Freundedas Gerät abspielt, beschwört er damit das Böse herauf. Dämonische Kräfte erwachen um die einsame Waldhütte und die Freunde werden einer nach dem anderen von fremden Wesen besessen. Nur Ash kann den dunklen Einflüssen widerstehen und macht sich dran, dass Necronomicon ein für alle Mal zu zerstören und die Welt vor seiner schändlichen Macht zu schützen. Doch seine ehemaligen Freunde, allesamt grausam mutiert, entstellt und vom Bösen besessen, stellen sich ihm in den Weg. Ash muss sich den Weg freikämpfen…notfalls mit einer Kettensäge. Zum Trailer

Filmkritik:

Mal ganz ehrlich: Die Story von Sam Raimis Tanz der Teufel ist dünn, mächtig dünn. Zu großen Teilen resultiert dies aus der Tatsache, dass Raimi zunächst den „Demo“-Streifen Within the Woods drehte, der in etwa einer halben Stunde exakt die gleiche Geschichte erzählt. Mit Within the Woods wollte der junge Wilde Geld für ein „großes Projekt“ sammeln – und nach damaligen Maßstäben gelang ihm dieses Vorhaben. Rund 300.000 Dollar kratzen seine Spender zusammen. Genug für einen neuen Film, jedoch nicht genug, um nochmal eine völlig andere Geschichte zu entwerfen. Raimi und sein Hauptdarsteller Bruce Campell machten also einfach das Gleiche nochmal und schufen damit einen der berühmt-berüchtigtsten Splatterfilme der Welt: The Evil Dead oder Tanz der Teufel. Mitte Mai kommt das von Fans sehnlichst erwartete Remake des Kulthorrors Evil Dead in die Kinos. „Der schockierendste Film, den du jemals sehen wirst“, titelt das Filmplakat reißerisch. Ob Remake-Regisseur Fede Alvarez (Panic Attack) ebenfalls einen Kultfilm schaffen wird, darf zumindest angezweifelt werden, sicher ist jedoch, dass der heutige Spiderman-Regisseur Raimi mit dem Tanz der Teufel den B-Movie salonfähig machte und dem deutschen Jugendschutz gehörig auf den Schlips trat. Denn Tanz der Teufel war und ist brutal. Da werden Augen eingedrückt und über die „Baumranken-Vergewaltigungssequenz“ sagt Raimi heute: „So was würde ich nicht noch einmal drehen.“ Zum Glück tat er es damals, 1981, denn ansonsten wäre die Welt einen kultigen Splatterfilm ärmer. In Deutschland allerdings ist sie es – offiziell – immer noch. Der Film ist seit seinem Erscheinen in der Bundesrepublik beschlagnahmt. 2009 wurde die automatische Listenstreichung nach 25 Jahren abgelehnt, sodass Tanz der Teufel wahrscheinlich noch bis ins Jahr 2034 verboten bleibt. Glückwunsch…

Filme-Blog Wertung: 8/10

Doch was macht Raimis Regiedebut denn so „gefährlich“? Gleich auf den ersten Blick fällt auf, dass Tanz der Teufel zwar ein waschechter B-Movie ist, der mit geringem Budget gedreht wurde, allerdings sieht er zu keiner Minute so aus. Ganz im Gegenteil: Computereffekte steckten Anfang der 1980er noch in den Kinderschuhen und waren für den jungen Raimi unerschwinglich gewesen. Alle blutigen Effekte sind demnach handgemacht – ein Trademark, welches auch Alvarez bei seinem Evil-Dead-Remake beibehalten möchte. Demnach ist die Darstellung von grotesker und absurder Gewalt in Tanz der Teufel eine geradezu naturalistische Erfahrung. Besonders die Vergewaltigung durch einen Baum und seine Ranken schockiert noch heute. Zusätzlich ist der Film geprägt von einer durch und durch finsteren Stimmung. Licht oder helle Farben sucht man, trotz der Naturidylle in der Tanz der Teufel spielt, vergeblich. Alles ist grau und braun, erdig und matschig, dunkel und nebelig. Einer nach dem anderen werden die Freunde des Protagonisten Ashs in blutrünstige Dämonen verwandelt. Die Besessenen machen anschließend fast Linda Blair (Der Exorzist) Konkurrenz. Blasphemisch-perverse Sätze brabbelnd, machen sie sich auf, Ash zu töten. Doch dieser weiß sich zu wehren. Bruce Campells Darstellung des Helden-wider-Willen machte ihn zur Kultfigur für Horrorfreunde – und gibt dem düsteren Tanz der Teufel eine leicht humoristische bis ironische Note, welche allerdings maßgeblich in den Folgefilmen Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt – und Armee der Finsternis, zur Geltung kommt.

Filmfazit:

Stellenweise wirkt Tanz der Teufel aus heutiger Sicht natürlich etwas altbacken. Für Horrorfans ist Sam Raimis Regiedebut allerdings Pflicht. Gerade in Anbetracht des anstehenden Remakes sollten Freunde von Splatterfilmen auf alle Fälle nochmal einen Blick riskieren.

Filmtrailer:

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