Last Ride (2011)

last ride

Filmbeschreibung:

Der zehnjährige Chook und sein krimineller Vater sind auf der Flucht. Ein konkretes Ziel haben sie nicht, nur Eines ist sicher: Zurück können sie nicht, denn Chook’s Vater hat etwas schreckliches getan. Für den kleinen Jungen ist die Situation mehr als schrecklich, da es unter der strengen Hand seines Vaters nicht gerade angenehm ist, in der Wildnis zu überleben, doch die Beziehung zwischen Vater und Sohn wird immer besser. Dennoch überschlagen sich die Ereignisse eines Tages und es kommt ein Unglück nach dem Anderen. Chook ist nun selbstständig genug, um alleine zu (über)leben und trifft daraufhin eine schwerwiegende Entscheidung, die er in seinen jungen Jahren noch nicht bereut bzw. nicht versteht. Zum Trailer

Filmkritik:

Last Ride ist ein Film, der die Geschichte eines Vaters erzählt, der seinen Sohn zur Selbstständigkeit erzieht. Der wichtigste Punkt ist demnach die Beziehung zwischen Vater und Sohn, die sich während den 90 Minuten von ihren guten und schlechten Seiten zeigt. Damit ist klar, dass Last Ride eher ein Film voll von Dialogen ist und deshalb weniger Handlung besitzt. Doch dies muss nicht negativ zu bewerten sein, denn ein wirklich gelungener Teil von Last Ride ist die Schauspielkunst der beiden Hauptdarsteller, die wirklich ihre Rollen ideal verkörpern und durch die Dialoge ihr Verhältnis zueinander klar zum Ausdruck bringen. Dies liegt zum Teil aber auch an den klasse durchdachten Charakteren und ihre gut in Szene gesetzte Wandlung. Demnach kann man sehr gut erkennen, wie streng Kev (Hugo Weaving) Chook (Tom Russell) zu Beginn erzieht, aber zum Ende hin, seinen Sohn von Herzen liebt und stolz darauf ist, wie selbstständig er geworden ist. Nicht jeder Film ist perfekt und auch Last Ride ist es nicht, denn der Streifen hat einige Schattenseiten, die leider wirklich dunkel sind, denn aller größtes Manko von Last Ride ist, dass der Film keinen Hauptteil beinhaltet und man vergebens auf einen Höhepunkt wartet. Gespannt verfolgt man dennoch das Geschehen von Anfang an und wartet auf den Punkt, an dem der Film Tempo aufnimmt und einen riesen Knall loslässt. Doch vergebens, Last Ride verfolgt eine geradlinige Spannungskurve und lässt diese zum Schluss völlig abfallen. Zurückgelassen wird man dann mit dem Abspann und zahlreiche Fragen kommen auf, die nicht nur allein die Story befragen, sondern auch die Aufmachung von Last Ride selbst. Was hat sich Regisseur Glendyn Ivin dabei gedacht, einen Film zu drehen, der lediglich einige Dialoge beinhaltet, die zwar noch die Geschichte der Protagonisten erzählen, aber keine mögliche Perspektive auf die Zukunft der Beiden aufweisen. Im Abspann angekommen, möchte man nicht glauben, dass dies alles gewesen sei und sucht verzweifelt in der DVD-Hülle nach einer zweiten DVD, um am Ende dann einzusehen, dass der Film letztlich nur eine eintönige Geschichte erzählt hat. Dennoch ist Last Ride ein Film, der mir persönlich nicht aus dem Kopf geht, da er etwas Besonderes vermittelt und es absolut schade ist, dass es ihn in den oben genannten Punkten so mangelt. Denn gerade die Atmosphäre beinhaltet wirklich gelungene Elemente und versprüht ein gutes Feeling. Einzige Abwechslung von der eintönigen Flucht sind die Kulissen, die sich nicht nur farblich unterscheiden, sondern auch zwischen Wüstengebieten und Waldgebieten wechseln. Doch leider sind die Probleme von Last Ride so gravierend, dass es wenig Spaß macht, den Film gespannt zu verfolgen. Im Großen und Ganzen kann ich jedoch jedem Drama-Freak nur raten, einen Blick auf Last Ride zu werfen.

Filme-Blog Wertung: 6/10

Last Ride ist ein Film der berührt. Durch seine gute Besetzung kann der Streifen wirklich punkten und vermittelt somit reale Situationen. Doch Last Ride fällt es schwer, den Zuschauer bei Laune zu halten, nicht zuletzt wegen der mangelnden Handlung, die keine klare Gliederung hat und scheinbar keinen Hauptteil beinhaltet, sondern lediglich Einleitung und Schlussteil besitzt. Es fehlt dem Streifen einfach an Tempo, um für Unterhaltung zu sorgen. Die Wertung für Last Ride fällt demnach nicht leicht, doch die klasse durchdachten Charaktere und die wechselnden Kulissen sind die sechs von zehn einsamen Sternchen wert.

Filmfazit:

Last Ride könnte einer der besten Filme sein, die das Genre Drama zu bieten hat, doch es fehlt einfach an Tempo und Handlung. Ein Blick auf diesen Streifen kann man dennoch wagen, doch sollte man sich nicht all zu viel Hoffnung auf einen Höhepunkt machen.

Filmtrailer:

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3 Gedanken zu “Last Ride (2011)

  1. Nein Patrick. Deine Kririk am Spannungsbogen ist unberechtigt. Alles bewegt sich in diesem Film in subtilen, und endlich mal geradlinig und glaubwürdig, feinen Schritten. Was da über Vater und Sohn erzählt wird und in der Art und Weise ist stark. Sehr stark.
    Man muß hinschauen. Und man kann hinschauen, gänzlich etwas zu vermissen. Ein Krimi über den Menschen. Väter und Söhne und Mütter.
    Verstehe kann ich auch deine Einteilung in Drama nicht. Was ist ein Drama? Was ist genau?
    Brambach

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