Hotel Transsilvanien (2012)

Hotel Transsilvanien

Filmbeschreibung:

Graf Dracula hasst die Menschen. Seit sie seine Frau verbrannten und er einzig und alleine seine Tochter Mavis vor dem vampirlynchenden Mob retten konnte, hat er sein ganzes untotes Leben deren Schutz verschrieben. Zu diesem Zweck hat er das Hotel Transsilvanien gegründet, ein Refugium für Monster und Sagengestalten aller Art, eine letzte Bastion von mythischen Wesen gegen die mortale Welt. Einmal im Jahr lädt der Graf alle Monsterfreunde, Frankensteins Monster, die Mumie, Riesenspinnen, Werwölfe und viele mehr, zu der Geburtstagsparty seiner Tochter ein. Dieses Jahr ist es ein ganz besonderer Geburtstag: Mavis wird 118 Jahre alt – endlich erwachsen. Doch zu diesem freudigen Tag hat sich auch ein Besucher auf die Gästeliste geschlichen, der so gar nicht zu dem schaurigen Treiben passen will: Mit Rucksacktourist Johnny hat sich das erste Mal seit Errichtung des Hotel Transsilvanien ein Mensch dorthin verirrt. Zu allem Übel verliebt sich Draculas Tochter auch noch in den Sterblichen. Der Graf muss nun sein Weltbild überdenken und seine Gäste vor dem gar nicht mal so schrecklichem Menschen schützen. Zum Trailer

Filmkritik:

Genndy Tartakovsky, der Regisseur von Hotel Transsilvanien hat bis dato nicht allzu viel filmischen vorzuweisen. Hier mal eine Folge der Star Wars Animationsserie Clone Wars, da ein bisschen Mitarbeit an der Verfilmung der Powerpuff Girls. Umso verständlicher, dass er bei seiner ersten großen Regiearbeit für Sony Pictures auf Nummer sicher geht. Hotel Transsilvanien ist herrlich simpel in seiner Grundstruktur und obwohl ihm ein wenig der adoleszente Charme der Pixar-Filme abgeht, ist er doch um Längen besser als ein Großteil der mülligen Ergüsse von Dreamworks Animation – ja Shrek und Madagascar, ich schaue in eure Richtung. Die Grundkonstellation von Hotel Transsilvanien ist ebenso simpel wie reizvoll: die uns aus Film und Fernsehen bekannten Monster gibt es wirklich. Allerdings sind sie alles andere als böse, sondern fürchten die Menschen und nicht umgekehrt. Für die Menschen (nicht nur im Film) sind Monster ein Teil der Popkultur. Ihre Abneigung gegenüber den Sterblichen existiert nur aufgrund der Meinungshoheit Draculas, den eine traumatische Vergangenheit mit den Menschen verbindet. Er, der Wortführer und Kopf der Monsterbande, treibt die Segregation einer ganzen Rasse voran. In ihrer Isolation fürchten Zombies, Mumien, Werwölfe und Co. daher jeden Tag eine Invasion der Menschen. Den pubertierenden, weltoffenen Rucksacktouristen Johnny, der eines Tages aufgrund seines Entdeckerdranges im Hotel aufschlägt, betrachten sie als Vorbote einer ganzen Streitmacht von Menschen. Lustig auch, Johnny begreift nicht, dass es sich bei den Monstern um „echte“ handelt; er geht von einer Kostümparty aus. Hotel Transsilvanien entwickelt aus dieser an sich simplen Grundidee eine Menge Charme. Wunderbar überzeichnet kommen die altbekannten Monster daher: Die stinkende, aufgedunsene Mumie, das auseinander fallende Monster Frankensteins, die Vampire… Herrlich, wie diese filmischen Charaktere, die über Jahrzehnte Angst und Schrecken verbreiteten nun interpretiert wurden, um Kindern (und ja, auch den Erwachsenen) Freude zu bereiten.

Filme-Blog Wertung: 8/10

Neben allerhand Situationskomik sind die popkulturellen Zitate, die sich in einem solchen Film quasi aufdrängen mein persönliches Highlight des Films. Johnnys Geilheit nach Neuen Medien, der Twilight-Wahn, der auch vor der Monsterwelt nicht Halt macht oder die nach Freiheit lüsterne Mavis machen einfach Spaß. Freilich wird auch eine gewisse tragische Komponente nicht vernachlässigt. Draculas Vergangenheit oder seine Obsession gegenüber seiner Tochter sind Merkmale, die bei Hotel Transsilvanien teilweise zu Tränen rühren können. Obwohl man es im Grunde mit einer Coming-Of-Age-Geschichte mit animierten Monstern zu tun hat, ist Hotel Transsilvanien nicht nur für ein jüngeres Publikum gedacht. Gerade, weil ältere Semester sicherlich verstärkt über die ein oder andere Interpretation der alten Hammer-Studios-Monster schmunzeln können, wo die Kleinen nur mit den Schultern zucken.

Filmfazit:

Ein Coming-Of-Age-Film mit animierten Monstern. Zwar geht Genndy Tartakovsky mit Hotel Transsilvanien auf Nummer sicher, vergisst allerdings nicht für einige Gags zu sorgen, die sicherlich länger im Gedächtnis bleiben – sowohl den kleinen, als auch den großen Monsterfans.

Filmtrailer:

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Ein Gedanke zu “Hotel Transsilvanien (2012)

  1. ein recht lustiger animationsfilm mit ecken und kanten
    anfangs noch gut aufgelegt, steigerte sich auch durch die monster-animationen und besser noch ihre persönlichkeiten + einige witze, die wirklich die lachmuskeln anregten
    im weiteren verlauf der storyentwicklung nahm sowohl die qualität der aufmachung, als auch der witze immer weiter ab, mit einigen wenigen comebacks
    von logik war kaum eine spur, worauf ich bei einem animations-film zwar nicht den größten wert lege, aber zum teil könnte die entwicklung etwas schlüssig sein, sonst verliert sie einfach an glaubwürdigen wert
    und die wohl eher lahmste figur war meiner meinung nach die menschliche: aufgesetzte abgedrehtheit… meh

    insgesamt ein recht netter animations-film, würde er mit der zeit nicht immer lahmer werden, wäre er definitv ein hingucker, der nicht nur das junge publikum anspricht, aber so…

    persönliche bewertung: 5-6/10

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