Evidence – Überlebst du die Nacht? (2012)

Evidence

Filmbeschreibung:

Vier campinglustige Teens wollen unbedingt ein paar Tage allein im Wald verbringen um eine kleine Dokumentation mit ihrer Handkamera zu drehen. Doch schon am ersten Abend wird den vier Freunden etwas mulmig zumute, nachdem sie irgendwo tief im Wald Menschengeschrei vernommen haben. Brett und seine Freundin wollen noch am selben Abend abreisen, doch sein Kumpel Ryan überzeugt ihn, noch eine Weile zu bleiben und will sich selbst ein Bild von der Situation machen. Natürlich wird das ganze Unterfangen auf der Kamera festgehalten und Schritt für Schritt dokumentiert. Doch schon in der nächsten Nacht ist es für eine Abreise zu spät und die Vier müssen mit großem Entsetzen feststellen, dass da irgendetwas mit ihnen im Wald zu sein scheint, dass es ganz eindeutig auf sie abgesehen hat. Zum Trailer

Filmkritik:

Ich glaube ich habe bisher noch nie so viele negative Rezensionen zu einem Film gelesen, wie im Falle von Evidence. Bisher habe ich mich ja in diversen Rezensionen meinerseits bereits darüber geklagt, dass ich die Found-Footage Schiene auch so langsam satt habe und wollte eigentlich auch von Evidence die Finger lassen, aber etwas neugierig wurde ich dann doch, als ich mir den Trailer angesehen habe und das Ganze so wirr aussah, dass man schon hier den Überblick über die eigentliche Handlung verliert. Evidence teilt sich ganz klar in zwei voneinander zu trennende Hälften ein, von denen wohl jeder Betrachter selbst entscheiden muss, welche im letztlich mehr zusagt. Sei es nun der Camping Ausflug im Handkamera-Style (Teil 1), oder vielleicht doch eher die böse Regierung, die ein weiteres Mal einen Killervirus geschaffen hat, der Menschen zu Zombies (und Gorillas?!) mutieren lässt (Teil 2). Ja richtig gelesen, denn die größten Feinde der vierköpfigen Campertruppe sind diverse pelzige Waldviecher, bei denen sich nicht ganz genau definieren lässt, was sie denn nun wirklich sind. Aber jetzt vielleicht besser etwas mehr zur Aufmachung, denn der rote Faden in Evidence scheint bei den Dreharbeiten scheinbar keine tragende Rolle gespielt zu haben und geht im Filmgeschehen selbst recht schnell verloren. Die Kameraführung ist (natürlich) hektisch und verwackelt und bei den vielen aufeinanderfolgenden Schnitten verliert der Zuschauer gewaltig schnell mal den Überblick. Alles aber eigentlich genau das, was einen guten Found-Footage Film ausmachen soll oder? Naja, nicht ganz, denn spätestens nach den ersten 40 Minuten von Evidence werden die beiden männlichen Protagonisten nebensächlich und die mehr oder weniger toughen Weibchen müssen alleine einen Ausweg aus der grünen Hölle finden. Und wo sollten die beiden schon eher landen, als in einem versteckten Militärstützpunkt voller mutierter Zombies, die nur darauf warten sich eine kleine Mahlzeit zu gönnen. Wem das jetzt schon zu bunt klingt, der sollte von Evidence auf jeden Fall die Finger lassen, denn es wird noch ein ganzes Stück unglaubwürdiger. Aus Spoilergründen allerdings werde ich nicht noch mehr vorwegnehmen, als ich es mit dieser kleinen Selbsteinschätzung sowieso schon getan habe. Das Geschehen mag schwer zu überblicken sein, aber wirklich eingefleischte Fans, die bereits an anderen Found-Footage Billigproduktionen wie Apollo 18, Atrocious, Paranormal Investigations 1, Paranormal Investigations 2, oder dem guten alten Klassiker Blair Witch Project Gefallen gefunden haben, denen sollten wohl auch die skurrilen Geschehnisse in Evidence kaum noch etwas ausmachen. Auf jeden Fall ein Film zum Ansehen und Vergessen. Nicht mehr und nicht weniger. Wirkliche schade übrigens auch, dass es hier nicht einmal den Ansatz zu einem Erklärungsversuch gibt und der Betrachter somit völlig im Dunkeln zurückgelassen wird…

Filme-Blog Wertung: 3/10

 

Dann sind wir mal großzügig und geben Evidence noch seine drei Gnadensterne. Verdient hat der Streifen vielleicht sogar nur zwei Gorilla-Sterne, aber immerhin ist er ja auch schon nach einer Nettolaufzeit von gerade einmal 65 Minuten am Betrachter vorbeigezogen und dieser kann sich wieder mit den wichtigen Dingen des Lebens befassen. Großes Lob gibt es für das Budget von Evidence. Man hat es doch tatsächlich geschafft, mit Produktionskosten von laschen 12.000$ (die ganz nebenbei bemerkt noch unter denen von Paranormal Activity 1 liegen) einen Film zu drehen, ein paar lieblose Animationen reinzuklatschen, eine immerhin relativ gruselige und düstere Waldatmosphäre zu kreieren und damit zumindest hin und wieder einer neugierigen Blick des Betrachters einzufangen. Der ganze Rest von Evidence macht sich dann wohl eher auf der negativen Seite bemerkbar und reist die Wertung ordentlich in den Keller. Die Story ist wirr, schwachsinnig, unglaubwürdig und völlig belanglos für die Filmwelt. Die Darsteller agieren, nein, sie reden und Verhalten sich genau so, wie es ein paar betrunkene Jugendliche auf einem Campingausflug tun würden und verfehlen damit lustigerweise nicht mal ihr Ziel. Ziemlich nervig sind allerdings die ständigen Streitereien zwischen Ryan und Brett, und nicht zuletzt auch das zu hysterische Geschreie von Abi und Ashley, die ich allesamt meiner Erinnerung nach, noch nie in irgendeinem anderen Streifen gesehen habe – was mir auch gerade gar nicht Mal so Leid tut.

Filmfazit:

Found-Footage Fans bekommen mit Evidence einen weiteren belanglosen Ableger für ihre DVD Sammlung und können sich den Streifen gerne einmal ansehen. Allen anderen potentiellen Zuschauern, die von der Schiene spätestens nach Apollo 18 genug hatten, rate ich dringend von Evidence ab!

Filmtrailer:

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