Der Junge im gestreiften Pyjama (2009)

Filmbeschreibung:

Anfang der 40-er Jahre: Der achtjährige Bruno wächst mit seiner hoch angesehenen Familie mitten in Berlin auf. Sein Vater ist Offizier und wird in das Konzentrationslager Auschwitz kommandiert, um dort die Vernichtung der Juden voranzutreiben. Bruno muss all seine Freunde zurücklassen und als die Familie dort ankommt, fühlt er sich alleine. Schon in den ersten Tagen bemerkt Bruno das Konzentrationslager, als er aus seinem Fenster schaut, das nicht zu weit vom Haus entfernt ist. Der naive Bruno geht davon aus, dass es sich um einen Bauernhof mit “komischen Bauern, die gestreifte Pyjamas tragen” handelt. Als er seine Mutter darauf anspricht, meint sie, dass er nicht in die Nähe des Konzentrationslagers darf. Doch Bruno tut genau das Gegenteil, als er schwarzen Rauch aus den Schornsteinen steigen sieht und begibt sich unbemerkt zum Zaun des KZ’s, der dieses eingrenzt. Dort lernt er den kleinen jüdischen Jungen Schmuel kennen und zwischen den Beiden entsteht eine starke Freundschaft. Doch Bruno, der nichts über die Vernichtung der Juden oder den Hass gegen diese weiß, kann sich nicht erklären, wieso sein neuer Freund eingesperrt ist. Durch seinen neuen Freund und seinen neuen Privatlehrer erfährt er mehr davon und beginnt langsam an seinem geliebten Vater zu zweifeln. Auch Brunos Mutter hat das Vertrauen in ihren Mann verloren, da diese herausgefunden hat, dass in dem KZ Juden verbrannt werden. Deshalb beschließt sie eines Tages, alleine mit den Kindern nach Berlin zu ziehen. Als Bruno zu seinem Freund Schmuel geht, um sich von ihm zu verabschieden, erzählt dieser ihm jedoch, dass sein Vater verschwunden ist. Deshalb schaufelt sich Bruno seinen Weg unter dem Zaun frei und zieht einen der gestreiften Pyjamas an, um nicht aufzufallen. Doch die spontane Rettungsaktion erweist sich als eine fatale Entscheidung. Zum Trailer

Filmkritik:

In – Der Junge im gestreiften Pyjama – wird von einer ganz anderen Sicht auf den Nationalsozialismus geblickt: Man betrachtet die Situation aus den Augen eines 8-jährigen Kindes, das aus einer Nazifamilie stammt. Das war für mich der Hauptgrund, mir den Film anzusehen. Bruno, die Hauptperson, stellt viele Fragen (z.B. Wieso sind die Juden böse?, Wieso ist Schmuel im Arbeitslager eingesperrt?, Ist mein Vater ein schlechter Mensch?). Dies waren genau die Fragen, die ich erwartet hatte. Der Film hat mich persönlich von der ersten Minute an mitgerissen, da das Geschehen durch den naiven Bruno, der langsam bemerkt, dass es in dem Arbeitslager nicht mit rechten Dingen zu geht und durch den unschuldigen Schmuel, der mit so jungen Jahren im KZ sitzt und so viel Leid sehen muss, besonders berührend ist. Von Anfang an wird Bruno mit der Situation der Juden konfrontiert, zum Beispiel von Pavel, einem Juden, der im Haus der Familie arbeitet. Dieser wird von der Familie erniedrigt und geschlagen. Interessant finde ich auch die Stellung der Mutter im Film, die, als sie von den Aufgaben im Job ihres Mannes erfährt, total aufgelöst und geschockt ist. Denn die Reaktion war wider meiner Erwartungen. Die Schauspieler haben in – Der Junge im gestreiften Pyjama – eine sehr gute Leistung gezeigt und besonders zu loben wären an dieser Stelle Vera Farmiga und David Thewlis, die schauspielerisch wirklich überzeugen konnten. Der Soundtrack ist auch gut ans Geschehen angepasst und vermittelt an den richtigen Stellen die passenden Gefühle. An einigen Stellen wirkt der Film etwas unauthentisch, weil ganz auf schockierende Bilder verzichtet worden ist und die grausamen Details nur angedeutet werden. So auch das Ende, das man sich nur mit halbwegs guten Kenntnissen über die Judenverfolgung denken kann. Einige Szenen sind sehr unlogisch, wie zum Beispiel die Szene, in der Bruno unter dem elektrischen Zaun zu seinem Freund kriecht. Denn wäre es so einfach gewesen, in ein KZ rein uns raus zu kommen, wären während des Nationalsozialismus sicher viele der Häftlinge geflohen.

Filme-Blog Wertung: 7/10

Der Junge im gestreiften Pyjama hat sich 7 Sterne verdient. Pluspunkte hat er dadurch geerntet, dass er sehr bewegend ist und auch die Situation von damals aus einer anderen und komplett neuen Perspektive aufzeigt. Obwohl es schon viele Filme über den Nationalsozialismus gibt, finde ich, dass es etwas neues ist, den Nationalsozialismus  durch Kinderaugen zu sehen. Doch ich habe erwartet, dass es so alles noch brutaler erscheint, doch im Film wurde durchgehend auf schockierende Szenen verzichtet und man kann die grausamen Taten nur erahnen. Das ist auch der Grund, wieso der Film etwas unauthentisch erscheint und somit erntet der Film auch einige Minuspunkte. Die Schauspieler haben im Allgemeinen eine sehr gute Leistung gezeigt. Trotz einiger Logikfehler ist die Handlung insgesamt sehr gelungen und der Film wird an keiner Stelle langweilig.


Filmfazit:

Der Junge im gestreiften Pyjama ist ein gelungener Film, der die Judenverfolgung von einer anderen Seite beleuchtet. Dennoch sollte man keine schockierenden Bilder erwarten.

Filmtrailer:

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