Das Phantom Kommando (1986)

Phantom Kommando

Filmbeschreibung:

Colonel John Matrix hat sich aus dem aktiven Kriegsdienst zurückgezogen. Im Auftrag der Regierung eliminierte er dutzende Diktatoren und Terroristen. Nun fristet er seinen wohlverdienten Ruhestand gemeinsam mit seiner Tochter in den Bergen Amerikas. Doch nach und nach werden Matrix‘ Ex-Kollegen getötet und schon bald wird seine Tochter entführt. Die Forderung der Entführer: Matrix soll den Präsident einer südamerikanischen Republik umbringen, damit der gestürzte und gewissenlose Diktator Arius freies Spiel hat. Nur zum Schein willigt der Agent ein und wartet nur darauf, dass sich ihm eine Gelegenheit bietet, alle seine Feinde zu vernichten und seine Tochter zu befreien. Zum Trailer

Filmkritik:

Nein, Das Phantom Kommando ist kein guter Film… aber irgendwie doch Kult. Regisseur Mark L. Lester drehte hiermit vielleicht den ultimativen Prototypen des gewaltverherrlichenden Macho-B-Movies, welcher heutzutage ja mit The Expendables und den Pseudo-Grindhouse-Filmen gegeben ist. Die Story setzt sich zusammen aus einer ganzen Reihe an Klischees, Stereotypen und ist – seien wir mal ehrlich – sowohl rassistisch, als auch in seinem Frauenbild zutiefst 60er Jahre. Doch irgendwie ist Das Phantom Kommando trotzdem herrlich grundsympathisch. Alleine, dass Lester keinen Hehl daraus macht, dass es ihm darum geht, einen straighten Actionfilm zu inszenieren und deswegen auf eine gute Story scheißt, ist ihm hoch anzurechnen. Hinzu kommt, dass er gewisse Elemente durchaus mit einem Augenzwinkern inszeniert, die dem unbedarften Zuschauer dann doch vermitteln, dass er sich in einer artifiziellen Kunstwelt bewegt. Man stelle sich nur die Menschen vor, die damals ins Kino gingen und Arni dabei zuschauten, wie er dämliche Diktatoren aus irgendwelchen Bananenrepubliken vertrieb. Herrlich. Ob die Herrschaften damals auch mit einer solchen Ironie an einen solchen Film herangingen? Glaubt man dem „Lexikon des internationalen Films“, dann eher nicht: „Trotz einer Portion Selbstironie und einiger überraschender Einfälle ein äußerst fragwürdiger Actionfilm, in dem zahllose Menschen unbekümmert abgeschlachtet werden.“ Höhö! Dazu sollte man wissen, dass das „Lexikon des internationalen Films“ trotz seines universellen Namens, eine Publikation des katholischen Filmdienstes ist – das erklärt so einige Verrisse von so manchem Meisterwerk in diesem Nachschlagewerk. Aber das nur nebenbei.

Filme-Blog Wertung: 6/10

Nach heutigen Sehgewohnheiten ist selbst ein Das Phantom Kommando ein erstaunlich behäbig inszenierter Film. Keine Schnitt Stakkatos und, ja, selbst die Action ist über weite Strecken ruhig inszeniert. Kein Verglich zu den Bourne-Filmen, nicht mal zu einem John Rambo. Wie das bei den 80er-Actionreißern eben so war, spielt sich das Geballer größtenteils im letzten Drittel des Films ab. Da, das muss man dem Phantom Kommando aber lassen, geht es wirklich hoch her. Ein Bodycount von über 100 ist das Ergebnis und brachte Lesters B-Movie einen Indexeintrag ein (von dem er mittlerweile aber wieder runter ist). Und genau aus diesem Grund wird wohl bald viel von dem Nimbus des Films verflogen sein, denn nein, so „schlimm“ ist Das Phantom Kommando mitnichten. Lange Zeit wurde er als härtester Stoff gefeiert, den Arni produziert hatte, doch sind diese Gerüchte entstanden, als es von dem Streifen nur eine miserable Kopie auf dem Schulhof gab. Sicherlich sind ein, zwei Szenen relativ heftig, beileibe jedoch nichts, was das Saw-verwöhnte Publikum heute nicht gewöhnt ist. Höhepunkt ist ganz klar das ausufernde Finale, in welchem Schwarzenegger so ziemlich alles an kreativen und teils derben Tötungsmanövern auffährt, welche man sich damals vorstellen konnte. Da wird mit dem MG zersiebt, mit der Panzerfaust gesprengt, mit der Machete zerhackt und mit dem Handkantenschlag getötet – das war damals schlimm und machte Spaß. Heute macht es nur noch Spaß – zumindest jenen, die 80er-Actionfilmen etwas abgewinnen können.

Filmfazit:

Und nochmals nein, Das Phantom Kommando ist kein guter Film. Seinen Kultstatus hat das Schwarzenegger-Sprungbrett jedoch nicht von ungefähr. Durchaus augenzwinkernd präsentierte Lester1985 harte und kreative Action mit einer zweifelhaften Moral.

Filmtrailer:

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