Filmkritik: Creep (2005)

Creep

Filmbeschreibung:

Kate durchlebt gerade den wohl schlimmsten Alptraum eines jeden Fremden in einer Großstadt. Man schläft nachts völlig fertig auf dem U-Bahnhof ein, während man eigentlich nur ein kleines Nickerchen machen wollte, bis endlich dieser verdammte letzte Zug in den Bahnhof einfährt. Doch dann wacht man auf, keine Menschenseele ist mehr da. Die Anzeigetafeln sind aus und als man gerade beschlossen hat, den Rest des Weges doch lieber nachHause zu laufen, muss man auch noch mit Entsetzen feststellen, dass man im Bahnhof vergessen wurde und dass die Türen nach draußen längst abgeschlossen wurden. Handynetz gibt es natürlich keins und das Einfachste wäre es wohl, wenn Kate es sich bis zum nächsten Morgen an einer Station gemütlich macht… Wenn da nicht irgendjemand, oder vielmehr irgendetwas, mit ihr in den Tunneln wäre, was begonnen hat Jagd auf sie zu machen. Zum Trailer

Filmkritik:

Da wühlt man verträumt im heimischen DVD-Regal und findet doch tatsächlich einen Streifen namens Creep, bei dem man keine Ahnung mehr hat, worum es geht, geschweige denn wann man sich das gute Stück überhaupt zugelegt hat. Auf jeden Fall steht Franka Potente (Blow, Die Bourne Identität, Die Bourne Verschwörung) auf dem Cover und es ist kein rein deutscher Film – kann man sich also durchaus mal antun. Und siehe da, die Atmosphäre in dem verlassenen U-Bahnhof ist für einen B-Movie von 2005 ziemlich gut in Szene gesetzt und wenngleich man von der Story in einem schlichtem Horror-Thriller wie Creep keine Höhensprünge erwarten kann, ist das Geschehen doch recht nett anzusehen. Kleine Spannungspausen sind zwar gegeben und auch das Intro ist nichts Besonderes, denn man hat diverse Szenen eben auch so oder leicht variiert schon einmal woanders gesehen, aber die düstere Stimmung und die vorherrschende Stille im verlassenen Bahnhof machen das recht schnell wieder wett. Seltsam ist nur irgendwie, dass Creep einer der wenigen Filme ist, bei dem man wirklich alles 1:1 im Voraus weiß. Irgendwie ist von Anfang an klar, welche Handlung die Protagonisten in welchem Moment ausführen werden, wie sie emotional drauf sind und wie das ganze Geschehen letztlich ausgeht. Vermutlich ist es auch keine große Überraschung, wenn ich jetzt schon verrate, um wen oder was es sich bei dem Widersacher in Creep handelt, aber das seht ihr euch am besten dann doch selbst an, schließlich spannt einen Creep mit der Auflösung bis gut zur Hälfte der relativ kurzen Laufzeit von 82 Minuten auf die Folter. Effekte sind in Ordnung, Kameraführung sogar ganz leicht über dem, was man normalerweise von Creep-ähnlichen Filmchen gewohnt ist und Franka Potente (Blow, Die Bourne Identität, Die Bourne Verschwörung) kann sogar in ihrer Rolle der hilfsbedürftigen und panischen deutschen Touristin glaubhaft ihre Gefühle an den Mann bringen.

Filme-Blog Wertung: 5/10

 

Wer gerade noch verzweifelt nach einem Teenie-Horror mit standardmäßiger 08/15 Story und wenig Anspruch gesucht hat, jedoch nicht fündig wurde, der kann sich auch durchaus einmal an Creep versuchen. Schöne Atmosphäre, gute Kameraführung, sympathische Darsteller und natürlich eine völlig schwachsinnige und niveaulose Story, die sich sogar mit ein paar blutigen Szenen schmückt… Was will man eigentlich mehr? Zwar geht im Verlauf der Handlung kein Schwein auch nur ansatzweise mal der Frage nach, wo das Wesen denn nun eigentlich herkommt und was es will, wieso es reden kann und ob es von der Sorte vielleicht noch mehr in den Tunneln gibt, aber naja, damit muss man dann eben klarkommen, oder man lässt schlicht und einfach die Finger von Creep. Die FSK 16 Einstufung könnte man sicher kritisieren, doch auch das ändert nichts mehr an einer rein durchschnittlichen Wertung von fünf U-Bahn-Sternen. Wobei die letzten Minuten von Creep mich sogar kurz noch dazu gebracht haben, über sechs Sterne nachzudenken… Da war ich doch tatsächlich kurzzeitig mal geflasht von dem Streifen…

Filmfazit:

Creep bleibt ganz sicher nicht lange im Gedächtnis. Für den Moment allerdings kann man mit dem Streifen durchaus ein bisschen Spaß haben und sich an der Atmosphäre beglücken. Für viel mehr als einen standardmäßigen Zeitvertreib reicht Creep allerdings nicht aus.

Filmtrailer:

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