Captivity – Tödliches Spiel (2008)

captivity

Filmbeschreibung:

Jennifer Tree ist ein Modell. Eine Frau, die alles hat, was sie sich wünschen kann. Sie ist Sexsymbol, feuchter Traum vieler kleiner Jungen und (fragwürdiges) Vorbild manches Teenie-Girls. Nach einem Fotoshoot verabredet sie sich mit einigen Freunden in einem Nachtclub. Da diese noch nicht eingetroffen sind, gönnt sich Jennifer erstmal einen Drink – das hätte sie besser nicht getan, denn dieser enthält eine Droge, die sie bewusstlos zusammenbrechen lässt und sie so in die Hände eines irren Kidnappers bringt. Eingesperrt und gepeinigt muss sie nun diverse Folterungen über sich ergehen lassen (unter anderem einen „Augencocktail“ trinken oder einer Säuredusche entkommen). Bei einem Fluchtversuch trifft sie auf Gary, einen vermeintlichen Mitgefangenen. Können sie gemeinsam dem Psychopathen entkommen? Zum Trailer

Filmkritik:

Jetzt hab ich ihn endlich auch gesehen! Lange habe ich mich als bekennender Fan der „neuen“ Horror/ Splatter Filme wie der (frühen) Saw und Hostel Teile auf dieses Film gefreut. Captivity bringt eigentlich alles mit, was ein Film aus diesem Genre benötigt: Einige kranke Ideen, eine nett anzusehende, aber nicht zu talentierte Schauspielerin und ein düsteres Setting. Allerdings hapert es an der Umsetzung, welche schlicht und ergreifend, als öde zu bezeichnen ist! Regieseur Roland Joffé, der sich für das Meisterwerk The Killing Fields verantwortlich zeigt, schafft es zu keiner Minute Spannung oder sogar so etwas wie Sympathie gegenüber den Darstellern wachzurütteln. Nichtmal Antipathie empfindet man gegenüber den Protagonisten – sie sind einem einfach egal. Die Handlung plätschert vor sich hin, ab und an unterbrochen von einigen nett inszenierten Torture-Porn Szenen. Allerdings hilft da auch ein unbeholfener und vorausschauender Twist in der Mitte des Streifens nicht mehr, ihn vor dem Versumpfen in der Flut aus Horrorthrillern zu retten. Captivity wurde von Joffé aufgrund des Drucks von Seiten der Produzenten diverse Male umgeschnitten. 2008 hatten die modernen Torture-Flicks gerade ihren Höhepunkt erreicht – von diesem Kuchen sollte Captivity, der eigentlich als Entführungsthriller gedacht war, ein Stückchen abbekommen. Man fügte also einige Folterszenen hinzu und rührte einmal kräftig um. Aus diesem Grund wirkt der Film zu keinem Zeitpunkt wie aus einem Guss. Die Folterszenen sind kreativ und für Fans hübsch anzusehen, dennoch fehlt ihnen jeglicher Bezug zum Inhalt. Dabei hätte man soviel aus der Grundidee des Modells, welche von einem psychopathischen „Fan“ gestalkt wird, machen können. Man hätte die Oberflächlichkeit einer ganzen Gesellschaftsschicht offen legen können. Man hätte in die Psyche eines Mannes blicken können, der seine Ziele einizigst mit Gewalt erreichen kann. Oder man hätte einfach sinnlos drauf los splattern können. Captivity entscheidet sich für eine Mischung aus allen möglichen Varianten und bleibt dabei erstaunlich blutleer. 

Filme-Blog Wertung: 5/10

Schade ist, dass die entfallenen Szenen auf der DVD zeigen, was aus „Captivity“ hätte werden können. Hier wird doch tatsächlich auf die Psyche des Opfers / der Killer eingegangen und der Zuschauer bekommt Interesse. Die alternativen Enden sind zwar nicht der Brüller (vor allem Ende Nummer eins ist völliger Schwachsinn), Nummer zwei unterstreicht jedoch die „Message“, die einem der Film krampfhaft versucht einzutrichtern: So seid also alle lieb zu euren Mitmenschen und lasst euch eurer Geld, Ruhm oder sonstiges Konsumgut nicht zu Kopf steigen! Das ist doch mal ein Vorsatz für’s neue Jahr. In diesem Sinne: Frohes Neues! :)

Filmfazit:

Nichts Neues im Folterkeller. Captivity konnte dem Genre des Torture-Porns bereits 2007 keine neuen Impulse mehr hinzufügen. Deswegen gilt es das Phrasenschwein zu aktivieren: Fans von Cuthbert (die soll’s ja geben) oder Saw-Anhänger können einen Blick riskieren.

Filmtrailer:

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3 Gedanken zu “Captivity – Tödliches Spiel (2008)

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