Filmkritik: Bled – Jede Sucht hat ihren Preis (2011)

Bled

Filmbeschreibung:

Die junge Künstlerin Sai hat sich eine kleine Kunstausstellung in Los Angeles auf die Beine gestellt und hofft nun auf zahlreiche Besucher, die ihre etwas andere Kunst zu schätzen wissen. Und tatsächlich kommt eines Abends ein Kunstliebhaber in ihre Galerie, der die düstere und in sich gekehrte Ausdrucksweise ihrer Kunst sehr schätzt. Nachdem sich die beiden einige Zeit unterhalten haben, nimmt Sai den Interessenten sogar mit zu sich nach Hause in ihr Loft und zeigt ihm ihre neustens Kreationen. Erneut bringt der Mann namens Renfield seine Begeisterung zum Ausdruck und überreicht Sai eine kleine Schatulle mit einer scheinbar sehr seltenen Droge. Sai könne sich in ihrem – durch den Rauch der Droge hervorgerufenen – Rauschzustand neue Inspiration holen können und sich der Kunst endgültig öffnen. Doch jede Sucht hat letztlich auch ihren Preis. Zum Trailer

Filmkritik:

Das es sich bei Bled um einen nicht gerade bekannten B- oder vielleicht sogar schon eher C-Movie Horrorfilm handelt, sollte eigentlich spätestens nach dem Betrachten des Trailers jedem Zuschauer klar sein. Versucht wird hier mit weitgehend sinnfreien Dialogen, das Gefühl zu erzeugen, es handle sich um wirklich ernsthafte Konversationen über die verheerende Wirkung von Drogen und den damit einhergehenden Realitätsverlust. Eigentlich ein ziemlich ernstes Thema, welches wir ja bereits aus Requiem for a Dream kennen – wo dieses allerdings deutlich eindrucksvoller und nicht ganz so verrückt umgesetzt und herüber gebracht wurde. Weitergehend wird bereits auf dem Cover von Bled dafür geworben, dass an diesem kleinen Streifen, mit einem schon fast lachhaften Budget von nicht mal einer Millionen Dollar, der ausführende Produzent von Texas Chainsaw Massacre beteiligt ist – leider nur aus lukrativen Gründen, denn wirklich merken kann man von dieser Tatsache leider gar nichts. Dennoch gibt es auch einige wenige positive Seiten an Bled, wozu ganz sicher auch zumindest ein kleiner Teil der Storyline zählt. Kann man sich nämlich wirklich auf Bled einlassen, ohne direkt genervt zu sein, dass in den ersten 50 Minuten des Films ein Drogentrip den nächsten Jagd und fast jeder der Darsteller einmal den gefährlichen Rauch einatmen darf, um sich in der Schattenwelt auszutoben, will man auch wirklich dran bleiben und sich zumindest noch einen Eindruck von den restlichen Minuten von Bled zu machen. Der Zuschauer will endlich verstehen, was dieser ganze Traumwelt Hokus-Pokus zu bedeuten hat und welche Folgen er denn nun wirklich für den jeweiligen Probanden nach sich zieht, mag das Ende des Films noch so sinnfrei sein, wie es will. Hier saugt wirklich einer an dem Anderen; das Monster aus der Traumwelt holt sich Energie von einem realen Menschen, der sich bewusst in einen Rauschzustand versetzt und später selbst zum beißenden Monster in der realen Welt wird, sich fortan von anderen realen Menschen Energie holen muss und auf einmal ist und letztlich doch den Platz des Traumweltwesens einnimmt. Dann ist da ja noch das Traummonster, welches später in die echte Welt switcht und vor dem letztlich sogar Renfield beschützt werden muss. Ziemlich verwirrend das ganze Geschehen, aber dann, in den letzten zehn Minuten von Bled gibt der Obermotz – Renfield – höchstpersönlich eine mehr oder weniger dürftige Erklärung für die Geschehnisse und zeigt dem Betrachter endgültig, dass es sich an dieser Stelle nicht gelohnt hat, 90 Minuten seines Lebens mit einem Film zu verschwinden, der leider keine Halluzination war. Womit Renfield sein ewiges Leben geben kann ist mir immer noch ein Rätsel und auch wie er eine Droge erfinden konnte, die den Menschen in eine von ihm beabsichtigte Welt führt, scheint für mich dann doch – auch für einen solchen Horrorstreifen – wie Bled etwas zu weit hergeholt.

Filme-Blog Wertung: 3/10

 

Jede Sucht hat ihren Preis; so verspricht es zumindest der Titel von Bled. Die Sucht nach diesem Film selbst hat ebenfalls ihren Preis. Knappe 10 € für eine DVD, die man getrost vom DVD-Regal verbannen kann um sich 90 Minuten des Lebens besser einzuteilen. Mit drei Sternen ist Bled absolut keine Filmempfehlung und nur wenn man sich wirklich an anderen ziemlich sinnlosen Drogentrip-Filmchen wie Shrooms oder ähnlichem begeistern konnte, kann man sich auch an diesen sinnfreien Horror heranwagen. Allen anderen interessierten Betrachtern würde ich sicher eher zu Requiem for a Dream raten.

Filmfazit:

Mal ein ganz anderer Trip in eine Welt voller Halluzinationen, auf den man sich auf jeden Fall einlassen können sollte. Bled punktet weder mit Spannung, noch mit guten Darstellern. Vermutlich ein Film, auf den man sich selbst auch nur dann einlassen kann, wenn man völlig zugedröhnt versehentlich die falsche DVD in den Fernseher eingelegt hat.

Filmtrailer:

Facebook Kommentare

Facebook Kommentare

Add Comment Register



Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>