Filmkritik: 7 Days (2010)

7-days

Filmbeschreibung:

Bruno Hamel und seine Frau sind am Ende, als ihre zehnjährige Tochter nicht mehr nach Hause kommt. Deshalb rufen sie die Polizei und fahren die Route ab, die das Mädchen für gewöhnlich zur Schule geht. Dabei machen sie eine schreckliche Entdeckung und Bruno muss den leblosen Körper seiner kleine Tochter in der Wiese sehen. Doch der Mörder und Vergewaltiger ist schnell gefunden und Bruno hat eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Sieben Tage lang soll der Mörder seiner Tochter leiden und Buße tun, deshalb entführt er ihn und foltert ihn in den nächsten sieben Tage auf grausamste Weise. Ob es die Erlösung für Bruno sein wird?
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Filmkritik:

Regisseur  Daniel Grou zaubert uns mit 7 Days einen Film über Selbstjustiz auf die Leinwand, der mehr oder weniger nicht schön aussieht. Jeder kennt dieses Gefühl, welches in einem brodelt: Rache. Was Bruno Hamel (Claude Legault) hier durchlebt ist wirklich grausam und gerade dieser Teil mit seiner Tochter könnte in der heutigen Zeit aus den Nachrichten stammen. Gleich zu Beginn kam mir bereits der Gedanke, wie echt alles wirkt und dass der Fall mit der Tochter keineswegs übertrieben ist. Doch bereits in der Vergangenheit gab es Filme über Blutrache oder Selbstjustiz, wie die Jury, Death Sentence, oder Gesetz der Rache, die jedoch meiner Meinung nach an 7 Days in Punkten Grausamkeit nicht herankommen. In den zuvor genannten Filmen brachte der Tod der anderen die Erlösung, Bruno weiß aber nicht so recht, was nun Erlösung für ihn bringen soll, denn die wichtige Frage, die der Film versucht zu beantworten ist: Kann die Selbstjustiz Erlösung bringen? Diese Frage wird zwar nicht direkt beantwortet, jedoch könnte man sie aus den Verhaltenszügen von Bruno Hamel beantworten, denn seine Stimmung ist zu Beginn voll von Rache, gegen Ende kann man allein durch das sehr kurze Interview erkennen, wie er über die vergangenen sieben Tage nun denkt. Was ebenso sehr verdeutlicht wird, ist die Stimmung der Polizei. Gerade Rémy Girard, der hier einen Polizeidetektiv verkörpert, hat mit der selben Erfahrung zu kämpfen, wie Bruno Hamel und steht im Zwiespalt. Seine Kollegen sind antriebslos und möchten Bruno gar nicht suchen, doch Girard möchte ihn davor bewahren, einen Fehler zu begehen. Die Bilder, die in 7 Days gezeigt werden, sind mehr als schrecklich. Ein lebloses zehnjähriges Mädchen liegt mit zerrissenen Kleidern hinter dem Spielplatz, ihr Körper ist kreideweiß und sie starrt nur noch in den Himmel. Doch nicht nur der leblose Körper der Tochter ist kein schöner Anblick, sondern die Folter von Anthony Lemaire (Martin Dubreuil) selbst. Massig Blut wird man in 7 Days jedoch nicht finden, was mich sehr verwundert, da die meisten Filme auf diesem Gebiet mit Unmengen an Kunstblut versuchen, den Zuschauer bei Laune zu halten. Über die schauspielerische Leistung von Claude Legault – als Bruno – gibt es nur Positives zu berichten, obwohl er in der zweiten Hälfte von 7 Days nichts mehr redet, spielt er seine rolle als leidender Vater auf dem Rachefeldzug sehr überzeugend. Auch Martin Dubreuil als Folteropfer und Mörder der kleinen Jasmine (Rose-Marie Coallier) verkörpert regelrecht mit Leib und Seele seine Rolle als pädophiler Kinderschänder und Mörder. Ich muss sagen, obwohl 7 Days wie ein schlechter B-Movie wirkt, so geht er dennoch unter die Haut und regt besonders zum Nachdenken an, wenn es um Rache geht. Gerade an dieser Stelle sollte man sich die Frage stellen, was aufgeklärt ist und was Erlösung bedeutet. Im Großen und Ganzen kann 7 Days unterhalten, wirkt aber vielmehr wie ein Mittel, um eine Botschaft zu verbreiten und das in der heutigen Zeit, wo diese Szenarien – abgesehen von der Folter – Gang und Gebe sind.

Filme-Blog Wertung: 7/10

7 Days bietet eine glaubhafte Story und dazu noch eine Antwortmöglichkeit auf eine schwierige Frage. Auch die Besetzung spielt ihre Rollen sehr überzeugend und ihre Charaktere wirken sehr glaubhaft. Eine stimmungsvolle Atmosphäre kommt zwar erst in der zweiten Hälfte hervor, aber tut dem Gesamteindruck nicht sonderlich weh. Die Laufzeit von 105 Minuten ist in Ordnung, aber dennoch kommt das Ende viel zu plötzlich und man wird mir einigen offenen Fragen zurück gelassen, jedoch fokussiert man sich am Ende eher auf die Frage: Hat es sich denn gelohnt? Sieben von Zehn gelähmten Sternchen für einen Film, der stark unter die Haut geht und dabei sehr gut gemacht ist.

Filmfazit:

7 Days geht an die Substanz und ist nicht jedermanns Sache. Das heikle Thema der Selbstjustiz trifft auch in diesem Streifen auf Fürspruch und Widerstand. Unterhalten kann der Horrorthriller jedoch besser, als so manch andere Low-Budget B-Movie.

Filmtrailer:

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